Neues zum Thema UFC – LfM plant Klage gegen DSF

Hallo liebe Leser,

vor einigen Monaten habe ich mich bereits mit dem Thema UFC im deutschen Fernsehen beschäftigt. Mit Tobias Drews, einem der UFC Kommentatoren habe ich sogar ein Interview geführt.

Nun gibt es wieder Kritik an der UFC im deutschen TV. Der Chef der Landesanstalt für Medien NRW hat nun ein Klage gegen das DSF angekündigt, die die UFC in ihrem Programm ausstrahlen.

Die DF Meldung:

Düsseldorf – Der scheidende Chef der Landesanstalt für Medien NRW, Norbert Schneider, hat eine Klage gegen das DSF angekündigt. Die ausgestrahlten Kämpfe von „Ultimate Fighting“ verstießen gegen die Menschenwürde.

Die DSF-Sendung „Ultimate Fighting“ bewegt sich nach Ansicht des Direktors der Landesanstalt für Medien (LfM) NRW, Norbert Schneider, nicht innerhalb der Regeln des Medienrechts. Die Sendung verstößt laut Schneider gegen die Menschenwürde.

„Wir werden prüfen, ob die gezeigten Bilder der Sendung Ultimate Fighting die Menschenwürde verletzen. Ich glaube nicht, dass man hinnehmen muss, wenn im Fernsehen Bilder zu sehen sind, wie sich Menschen halbtot schlagen“, sagte Schneider auf dem LfM-Jahresempfang in Düsseldorf.

Quelle: DF http://www.digitalfernsehen.de/news/news_887072.html

Ich frage mich wirklich, ob manche Leute wissen, worüber sie überhaupt reden? Wenn man die Berichterstattung über die UFC in den letzten Wochen und Monaten bewertet, dann wird man sehen, dass die meisten Journalisten nur „Bullshit“ geschrieben haben und sie sich überhaupt nicht mit diesem Sport beschäftigt haben. Einige schreiben, dass es nur brutal ist, andere das es keine Regeln gibt.

Nun kommt also der Chef der Medienanstalt für Medien und sagt, dass dieser Sport gegen die Menschenwürde ist. Ich nehme mal einen anderen Ansatz: In den USA ist die UFC erfolgreicher als die WWE. Die Fans zahlen für die PPV richtig viel Kohle… wieso? Weil sie professionellen Kampfsport sehen wollen, UFC ist die perfekte Mischung aus Mixed Martial Arts ist die Mischform verschiedener Kampfsporten, also Elemente aus Boxen, Ringen, Judo, Jiu Jitsu, Karate, Kickboxen und Muay-Thai. Sozusagen der Zehnkampf des Kampfsports.

Wer sagt, dass das Menschenverachtend ist, der hat keine Ahnung, wovon er redet.

Das Problem in Deutschland ist einfach, dass jeder sich irgendwie wichtig machen will. Wenn man sich dann nicht mit der Materie befasst, dann kann man schnell mal auf die Schnauze fallen.

Beispiele:

Die UFC ist also gegen die Menschenwürde? Die UFC soll am besten aus dem Programm fliegen…

Dann frage ich jetzt mal: Was ist z.B. mit Deutschland sucht den Superstar? Dort werden vor laufenden Kameras die Kandidaten beschimpft und lächerlich gemacht, viele Kandidaten müssen danach in psychologische Behandlung. Das ist psychische Grausamkeit und die ist schlimmer als die physische. Das interessante ist doch, dass jede Woche Millionen Zuschauer sowas sehen wollen und das am Ende auch noch geil finden.

Sowas ist in Deutschland erlaubt? Aber Kampfsport, bei dem es weniger Tote als beim Boxen oder anderen Sportarten gibt soll verboten werden?

Weiter gehts: Big Brother

Schließe 10 Leute in einen Container, einige davon schlafen dann im Secret Haus oder anders gesagt auf einer Müllhalde. Was gab es da? Müll, Dreck und Chaos. Ja, dass ist der Traum eines jeden Medienschützers. Mittlerweile wurde dieses Secret Haus geschlossen, aber nur weil Big Brother die Regeln geändert hat und nicht weil die Medienschützer es wollten. Zu Big Brother könnte ich jetzt noch mehr schreiben, aber das ist nicht mein Niveau… daher lasse ich es…

Weiter gehts: 9 Live

Willkommen beim deutschen Abzocksender, der viele Familien und viele Menschen kaputt gemacht hat. Der Sender, der Leute zum anrufen und zum Geld ausgeben auffordert und psychisch labile Menschen noch mehr  ruiniert.

Liebe Medienschützer, liebe Journalisten kümmert euch lieber um Sender und Sendungen die wirklich nur an Kohle denken, die wirklich gegen die Menschenwürde agieren und denen die Menschen wirklich egal sind. Schießt euch nicht auf Sportarten ein, von denen ihr keine Ahnung habt.

Wer sich die UFC nicht anschauen will, der schaltet einfach um…

In diesem Sinne…

Geschrieben von Florian Hellmuth

Logoquelle: UFC

Veröffentlicht von Florian

Medien-Blogger, Community-Manager, Sportfan.

10 Kommentare zu „Neues zum Thema UFC – LfM plant Klage gegen DSF

  1. Worauf bezieht sich die Angabe „weniger Tote als beim Boxen“? Anzahl der Toten geteilt durch Anzahl der ausgetragenen Profikämpfe? Oder durch die Anzahl der Athleten? Ist ein brutaler Kampfsport schon deswegen nicht menschenverachtend, weil es relativ wenige Tote gibt?

    Klar, Big Brother, DSDS etc. sind meiner Meinung nach AUCH menschenverachtend. Es gab ja auch schon Versuche, gegen solche Formate vorzugehen, und RTL musste m.W. wegen DSDS schon Strafen zahlen. Das alles schließt ja ein Vorgehen gegen UFC nicht aus.

    Zugegeben, ich habe wenig Ahnung von UFC – schon allein, weil ich mit Kampfsport im allgemeinen nichts anfangen kann. Ich kenne nur eigentlich nur den Dokumentarfilm „The Smashing Machine“ über Mark Kerr, der seine Karriere beinahe mit dem Leben bezahlt hätte und das Ganze nur vollgepumpt mit Medikamenten ertragen hat. Schon zwei Minuten dieses Dok-Films haben für mich ausgereicht, um eine klare Meinung zu haben: Mit Sport hat das nichts mehr zu tun.

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  2. Ich bin wie schon erwähnt auch kein Experte… aber ich habe mal gelesen, dass bei der UFC bisher nur einen einzigen Todesfall gab.

    Es gab bisher keinen ;)

    Wenn ich falsch liege, dann bitte berichtigen, aber ich glaube das mal gelesen zu haben.

    Wer sich mit Medikamente vollpumpt, der braucht keinen Sport zu machen… Wer auf diesem Niveau Medikamente braucht, der hat da einfach nichts zu suchen.

    Edit:

    Hab mal geschaut… hier:

    Im MMA gibt es weniger KOs als im Boxen, folglich sind Langzeitschäden deutlich unwahrscheinlicher. Das erklärt auch weshalb in MMA-Events die Toten an einer Hand abzuzählen sind und in der UFC seit 17 Jahren kein Kämpfer um sein Leben oder zu schweren permanenten Schäden gekommen ist.

    Viele Meinungen zu diesem Thema hier:

    http://blog.eventim.de/stories/39115/

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  3. Wenn Ich schon nur lese. „Schon zwei Minuten dieses Dok-Films haben für mich ausgereicht, um eine klare Meinung zu haben: Mit Sport hat das nichts mehr zu tun.“ DAS ist genau das Problem. Nach 2 Minuten kannst du dir keine Meinung Bilden. Es gibt bei UFC ganz klare Regeln. Ein Kampf wird viel schneller abgebrochen als beim Boxen. Sobald der Kampfrichter eine Gefhr für einen der Käpfer sieht bricht er sofort ab. Und du kannst mir glauben zum Teil wird da sehr schnell abgebrochen. Mit Menschenverachtung hat das rein garnichts zu tun. Das sind ALLES professionelle Kämpfer, die damit Kohle verdienen. Dass es dabei zu Verletzungen kommen kann ist natürlich ganz klar. Vergleiche mal Rodeln oder Bob oder sonst einen Sport, dann wirst du dort 100% mehr tote finden als bei UFC, denn bei UFC gab es bisher noch keinen einzigen toten. Wenn man sich mit UFC mal genauer auseinandersetzt wird einem auch sehr schnell klar warum. Aber eben UFC ist böööööööse. Ich weiss schon.

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  4. Hab noch etwas vergessen. Der Bericht der oben verlinkt wurde stimmt in einigen Teilen absolut nicht. Regeln wurden nicht erst seit dem Aufkauf von UFC eingeführt.

    Ich denke Wikipedia erkläre UFC doch recht gut und zeigt auch auf, dass UFC nicht Böse ist.

    http://en.wikipedia.org/wiki/UFC

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  5. Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Ich kenne von dem erwähnten Dokumentarfilm nicht nur zwei Minuten, sondern hatte beruflich damit zu tun und habe ihn deshalb mehrfach komplett gesehen. Aber der erste Eindruck hat durchaus schon gereicht, denn der „unbedarfte“ Zuschauer, der sich das gelegentlich im DSF ansieht, bekommt ja auch nicht erst langwierig die Regeln erklärt, sondern wird sofort mit Leuten konfrontiert, die für Geld brutal aufeinander einprügeln, auch wenn der Gegner am Boden liegt. Und ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der damals völlig kaputte Mark Kerr ein bedauernswerter Einzelfall war.

    Insofern zieht für mich auch kein Argument à la „Die Medienschützer verstehen nichts von diesem Sport“. Natürlich wird es innerhalb der UFC-Gemeinde immer irgendwelche Gründe geben, warum sich dieses oder jenes rechtfertigen lässt. Darum geht es aber nicht, wenn so was im Fernsehen läuft. Man muss kein UFC-Insider sein, um zu erkennen, dass das Ganze menschenverachtend ist. Auch wenn es inzwischen schon eine entschärfte Variante ist, weil UFC vorher offenbar in 36 US-Bundesstaaten verboten war.

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  6. Man muss kein UFC-Insider sein, um zu erkennen, dass das Ganze menschenverachtend ist.

    Sorry, aber machst Du es Dir da nicht ein wenig einfach?

    Gerade um auszuschließen, dass es nicht so etwas wie eine „Geschmackspolizei“ gibt und etwas „verboten“ wird, weil es dem jeweiligen Entscheider gerade zufällig nicht gefällt, gibt es abstrakte Begriffe, die dann mit Leben gefüllt werden müssen. So ist es auch bei der Menschenwürde (nur kurz, um hier keine juristische abhandlunbg vorzunehmen: um einen Verstoß gegen die Menschenwürde anzunehmen, müsste etwa eine Herabwürdigung des Menschen zum bloßen Objekt vorliegen).

    Und um dann eine seriöse Einordnung vornehmen zu können, langt es eben nicht, da „nur mal kurz“ drauf zu schauen und sich allein deshalb sein Urteil zu bilden.

    Die ganze Chose dreht sich doch einzig um einen Aspekt von MMA: Den Bodenkampf.

    Es ist für unbedarfte Zuschauer im ersten Moment befremdlich, wenn auf einen am Boden liegenden Kämpfer eingeschlagen wird. Das ist natürlich einerseits nachvollziehbar. Allerdings muss man dann diesen eines erklären: Es gibt einen Unterschied zwischen „am Boden liegend“ und „wehrlos“. Und wenn man das einmal kapiert hat, ist MMA sogar weitaus harmloser als Boxen.

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  7. Wenn der Gegner wehrlos am Boden liegt und sich nicht mehr verteidigt wird ja auch sofort abgebrochen. Solange sich der am Boden liegende korrekt veretidigt besteht eine zum Teil grosse Chance dass er den Kampf noch gewinnt. Mit Menschenverachtung hat das aber mal so rein garnichts zu tun.

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  8. Eine absolute Frechheit!
    ich frage mich langsam echt in was für einer Gesellschaft wir leben. Kann es wirklich wahr sein, dass eine Sportart, die enger geführt wird als die meisten anderen Kampfsportarten in Deutschland verboten wird?
    Zum Thema „MMA ist nur sinnloses Halbtot-Schlagen“:
    Ich habe auf dutzenden verschiedenen Seiten hunderte Regeln gefunden, die in der UFC gültig sind. Alleine laut dem deutschsprachigem Wikipedia sind vollgende Tätlichkeiten Fouls:
    * Kopfstöße
    * jegliches Angreifen der Augen
    * Beißen
    * Haare ziehen
    * Einhaken der Finger (z.B. in Mundwinkel)
    * Tiefschläge
    * Einführung der Finger in Körperöffnungen / Verletzungen
    * Griffe an kleine Gelenke (z. B. Finger)
    * Schläge auf Hinterkopf oder Wirbelsäule
    * Nach unten gerichtete Schläge mit der Spitze des Ellbogens
    * Schläge auf den Hals, sowie das Abdrücken der Luftröhre
    * Kratzen, Kneifen oder Verdrehen der Haut
    * Festhalten des Schlüsselbeines
    * Tritte auf den Kopf eines am Boden liegenden Gegners
    * Das Knien auf dem Kopf eines am Boden liegenden Gegners
    * Drauftreten / Stampfen

    * Fersentritte auf die Niere
    * Das Werfen des Gegners auf Kopf oder Nacken (siehe Piledriver)
    * Das Werfen des Gegners aus dem Ring oder dem umzäunten Bereich
    * Festhalten der Hose oder Handschuhe des Gegners
    * Anspucken
    * Unsportliche Vorgehensweise die eine Verletzung zur Folge hat
    * Festhalten an den Seilen oder dem Zaun
    * Beleidigungen innerhalb des Ringes / Zaunes
    * Angriffe während der Pause
    * Angriffe auf Gegner unter der Obhut des Schiedsrichters
    * Angriffe nach Ertönen der Ringglocke
    * Nichtbeachtung der Schiedsrichterentscheidungen
    * Feigheit, z. B. Vermeidung des Kontaktes mit dem Gegner
    * Fremdes Eingreifen
    * Werfen des Handtuchs während des Kampfes

    Nachzulesen auf: http://de.wikipedia.org/wiki/Ultimate_Fighting_Championship#Regeln

    Das sind nur die Fouls.

    Weiter gehts:
    Jeder der Sportler in der UFC kämpft freiwillig. Zudem muss sich jeder Kämpfer vor einem Auftritt einer Blutprobe unterziehen sowie vom Arzt oder unter ärztlicher Aufsicht untersuchen lassen. Sollte auch nur der Verdacht aus Medikamenten Missbrauch, Drogenknosum etc. bestehen wird der betroffene Kämpfer bis zur Entlastung von der UFC für alle Auftritte gesperrt.

    Muss ich wirklich noch weiter machen?
    Also bitte: Jeder Depp, der dem professionellen MMA-Business menschenverachtendes Handeln vorwirft, soll sich erst mal auch nur ein kleines Bisschen mit den Eigenschaften dieser Sportart vertraut machen. Danach reist garantiert niemand mehr das Maul auf.

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