Ein etwas anderer Trainer – Jose Mourinho – The Special One

Hallo liebe Leser,

in diesem Planet of Sports Spezial widmen wir uns einem Trainer, der einfach anders ist, als alle anderen. Es geht um „The Special One“, Jose Mourinho. Es gibt auf dieser Welt keinen Trainer, der so polarisiert wie José Mário dos Santos Félix Mourinho oder einfach Jose Mourinho.

Man fragt sich, wieso ist er so, wie er ist? Er ist arrogant, schneidet Grimassen, regt sich auf, beschimpft Spieler und Presse und ist manchmal einfach ein Arschloch, dennoch lieben und respektieren ihn die Fans und vor allem seine Spieler.

Jose Mourinho wurde am 26. Januar 1963 in Setubal, also in Portugal geboren. Ich denke damals, hätte niemand gedacht, welche Karriere der kleine Jose einschlägt. Wenn man sich die Karriere von Mourinho anschaut, dann sagt man oft, dass er niemals Profi-Spieler war. Ich sehe es anders, er hat zwar keine lange Karriere als Spieler gehabt, dennoch war er einige Zeit als Spieler in der zweiten portugiesischen Liga aktiv. Mit 1,75 cm war er für die Profikarriere am Ende entweder zu klein oder seine Fähigkeiten im Fußball spielen waren zu limitiert.

Die Karriere des Jose Mourinho

Das sah er dann auch ein und wurde im Jahre 1990 Co-Trainer beim CF Estrela Amadora in Portugal. Dort bliebt er aber auch nicht lange und wechselte relativ schnell zu einem weiteren portugiesischen Verein. Beim AD Ovarense blieb er drei Jahre und konnte dort erste Erfahrungen als Trainer machen. Mourinho wäre aber nicht Mourinho, wenn er sich nicht akribisch nach vorne gearbeitet hätte, denn im Jahre 1993 wechselte er zu einem der größten Vereine in Portugal, zu Sporting Lissabon. Zu dieser Zeit arbeitete er mit der Trainerlende Sir Bobby Robson zusammen.  Mourinho arbeitete dort nicht nur als Co-Trainer, sondern auch als Übersetzer. Dieser Sir Bobby Robson hat Mourinho dann im Jahre 1996 mit zum FC Barcelona genommen. Jose lernte nun sogar Katalanisch, um sich in Barcelona gut ausdrücken zu können und um einfach ein Teil dieser Mannschaft, dieser Region zu werden. In den darauffolgenden Jahren lernte Jose Mourinho beim heutigen Bayerntrainer Louis van Gaal, der von 1997-2000 Cheftrainer beim FC Barcelona war. Für seine Laufbahn war die Arbeit und die Erfahrungen, die er mit van Gaal gemacht hat sehr wichtig um sich weiterzuentwickeln.

Nach knapp vier Jahren wollte Mourinho seine gelernten Fähigkeiten umsetzen und wurde im Jahre 2000 Trainer von Benfica Lissabon. Er übernahm damals den Trainerstuhl vom jetzigen Trainer von Bayer Leverkusen, Jupp Heynckes. Damals wusste er noch nicht, dass seine Trainertätigkeit bei Benfica nicht lange anhalten würde. Nachdem ein neuer Präsident gewählt wurde und Mourinho um eine Vertragsverlängerung bat, wurde eben dieser Vertrag nicht verlängert und Mourinho musste sich einen neuen Job suchen.

Seinen ersten großen Erfolg hatte Jose Mourinho dann im Jahre 2001, als er Cheftrainer beim kleinen portugiesischen Verein União Leiria wurde. Er führe diesen Verein am Ende der Saison auf Rang fünf und damit auf die beste Platzierung aller Zeiten für diesen Verein. Nun wurden einige Vereine auf Mourinho aufmerksam. Es war logisch, dass Mourinho nicht bei União Leiria bleiben würde, stattdessen wechselte er zum FC Porto.

Nach einem guten ersten Jahr beim FC Porto wollte er mehr, er versprach sogar in der nächsten Saison Meister zu werden und was Jose sagt, dass hält er auch. Der FC Porto wurde im Jahre 2003 mit 86 Punkten nach 34 Spielen Meister. Dies war ihm aber nicht genug, im gleichen Jahr gelang es dem FC Porto auch den damaligen UEFA Pokal zu gewinnen. Mourinho und der FC Porto setzte aber ein Jahr später noch einen drauf. Er wurde in der Saison 2003/2004 nicht nur Meister, sondern er gewann mit dem FC Porto auch noch die Champions League mit einem Sieg im Endspiel gegen den AS Monaco.

In Portugal hatte Mourinho alles erreicht, was man erreichen wollte. Es sollte der nächste Schritt kommen und dieser machte ihn berühmt, dieser Schritt war der vielleicht wichtigste in seinem Leben. Jose Mourinho wechselte zur Saison 2004/2005 zum FC Chelsea London.

Bei seiner Vorstellung als Trainer beim FC Chelsea sagte er: „Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und etwas ganz Besonderes.“

Mourinho behielt recht und konnte schnell einige Erfolge sammeln. In den Jahren 2005 und 2006 wurde er englischer Meister und gewann 2005 und 2007 ebenfalls den Ligapokal. Nach einigen Differenzen mit Chelsea Boss Roman Abramowitsch verließt Mourinho im Jahre 2007 den Verein und wurde neuer Cheftrainer bei Inter Mailand.

In der Saison 2008/2009 wurde Inter Mailand dann direkt Meister in Italien. Auf dem zweiten Platz landete damals Juventus Turin mit einem Abstand von 10 Punkten. In der Liga lief es also richtig gut für Mourinho, aber international, bzw. in der Champions League lief es damals nicht so gut und man flog bereits im Achtelfinale gegen Manchester United raus.

Kommen wir zur Saison 2009/2010. In dieser Saison könnte sich Mourinho wieder selbst übertreffen. In der Liga steht Inter 2 Spieltage vor Schluss auf Rang eins. Man führt mit zwei Punkten vor dem AS Rom. Ich gehe davon aus, dass Jose Mourinho auch in diesem Jahr die Meisterschaft in Italien gewinnen wird. Auch international lief es in dieser Saison für Mourinho und Inter richtig gut. Im Halbfinale der Champions League schmiss man für viele sehr überraschend den Sieger vom letzten Jahr, also den FC Barcelona aus dem Wettbewerb. Am 22 Mai trifft Jose Mourinho dann im Finale der Champions League in Madrid auf den FC Bayern München und somit auf  seinen alten Freund und Cheftrainer Louis van Gaal.

Wie dieses Finale ausgehen wird, ob Mourinho in diesem Jahr wieder die Champions League gewinnt oder eben van Gaal neben dem Meistertitel in Deutschland auch die Champions League gewinnt, sehen wir dann am 22. Mai im Estadio Santiago Bernabeu in Madrid.

Ein Mann mit Charisma

Wenn man versucht Jose Mourinho zu beschreiben, dann reichen einem wenige Worte nicht aus. Mir fällt jetzt zum Beispiel: Selbstverliebt, draufgängerisch, charmant, humoristisch, charismatisch und emotional ein. Nicht nur der Trainer Jose Mourinho ist interessant, sondern auch der Mensch.

Als Trainer hat er sehr viel erreicht, er hat sich wirklich von unten nach oben hochgearbeitet und dann zeichnet ihn aus. Er ist ein Arbeiter, ein Mensch, der nie zufrieden ist. Mourinho will sich immer verbessern, immer an sich arbeiten. Auf der anderen Seite zeigt und sagt er, was er erreicht hat. Er schneidet Grimassen, legt sich mit offiziellen an, er sagt einfach: Hier bin ich… ich bin „The Special One“ Jose Mourinho.

Manchmal sorgte Mourinho für einige Schmonzetten, die einige Leute lustig finden, andere wiederum nicht. Er geriet zum Beispiel im Jahre 2005 in negative Schlagzeilen, als er dem ehemaligen FIFA Schiedsrichter Anders Frisk Bestechung vorwarf. Mourinho wurde daraufhin für zwei Spiele gesperrt. Für Anders Frisk war seine Karriere kurz darauf vorbei, er erhielt Morddrohungen gegen sich und seine Familie, nachdem die Chelsea-Fans ihn für die Niederlage im Champions League Hinspiel gegen den FC Barcelona verantwortlich machten.

Vor einigen Jahren wurde es dann sogar richtig teuer für Jose Mourinho. Hinter dem Rücken von Arsenal London verhandelte Mourinho mit deren Verteidiger Ashley Cole zu einem Wechsel zum FC Chelsea. Das Ganze ist aber in England verboten, wenn der Verein nichts von diesen treffen weiß. Er wurde zu 450.000 € Strafe verdonnert.

Ein wenig Slapstick gab es dann im Jahre 2005. Mourinho wurde für zwei Spiele von der UEFA gesperrt. Jose Mourinho dachte sich, dann bin ich eben gesperrt, aber ich will dennoch Einfluss auf die Mannschaft haben. Das tat er dann auch, aber eben auf einem nicht unbedingt legalem Wege. Laut einem Zeitungsbericht der „Londoner Times“ soll er während des Spieles mittels Zettel und Funk Einfluss auf sein Team genommen haben. Es gab auch Gerüchte, dass Mourinho in der Halbzeitpause mit einer Art Speisewagen in die Kabine gerollt wurde. Bei Jose Mourinho ist auch das möglich ;)

Auch wenn er in der Presse immer als eine Art „Schlechter Mensch“ dargestellt wird, weil er sich oft selbst inszeniert, manchmal auch Leute beleidigt und einfach das tut, worauf er gerade Lust hat, ist Jose Mourinho als Trainer eine ganz andere Person. Jeder Spieler, der unter Mourinho gespielt hat sagt, dass Mourinho der beste Trainer sei, den er je hatte. Sein Standing ist beeindruckend, für viele ist er wie ein Kumpeltyp, ein Mensch, mit dem man über alles reden kann. In diesem Sinne ist er von außen betrachtet fast ein bisschen schizophren, denn draußen oder in der Presse ist er oft der „böse“ und in der Mannschaft kommt er fast einem „Gott“ gleich.

Mourinho ist ein guter Schauspieler, er weiß, wie er mit der Presse umgehen muss, damit sie das tun, was er verlangt. Er liebt mit ihnen zu spielen, oft auch im Rampenlicht zu stehen, er weiß sich einfach zu inszenieren und auch das macht ihm zu „The Special One“.

Mourinho Privat

José Mourinho ist ein gläubiger Katholik und regelmäßiger Kirchgänger, auch wenn man das auf Anhieb vielleicht nicht glauben mag. Nach dem Spiel gegen den FC Barcelona soll Mourinho z. B. sofort in eine Art „Gebetsraum“ im Stadion gegangen sein, um zu beten.

Seine Ex-Geliebte Elena Souza erzählte in einem Interview auch von einer anderen Seite, die man normal von Mourinho nicht kannte. In diesem Interview heißt es:

„José machte den Kamin an, wir hörten ‚Everything I do‘ von Bryan Adams. Er fiel auf die Knie, griff sich ans Herz, sang es für mich. Wir kuschelten auf dem Sofa, er sagte, dass er mich liebt, Kinder mit mir will. Er war sehr zärtlich, ließ sich Zeit. Wenige Tage später zog ich bei ihm ein.“

Laut Elena Souza hat Mourinho sogar einen Keks-Tick:

„Wenn er verloren hatte, schrie er den Fernseher an. Wenn er gewonnen hatte, machte der Sex Spaß. Er fütterte mich dabei mit Keksen, manchmal machte er eine Pause und aß selbst einige“

Quelle: RP-Online

Mourinho ist ein Mann mit vielen Seiten, mit vielen Gesichtern, ein Mann, der wirklich unberechenbar ist, was ich überhaupt nicht negativ meine.

Kinder hat Mourinho gleich zwei, beide von seiner Ehefrau Matilde. Seine Kinder heißen: Matide (11) und José Mario (7).  Der englische Pay-TV Sender „Sky“ forderte vor kurzem die Seligsprechung für seine Frau Matilde mit der ironischen Begründung: „Sie muss die Qual der Ehe mit Mourinho ausstehen. 1989 nahm sie Josés Heiratsantrag an und entschied sich, sich zu opfern und die anderen portugiesischen Frauen zu retten.“

Er benutzt das Wort „Hurensohn“ nach eigenen Angaben rund 50 Mal während eines Spiels und 50 Mal im Training, so schreibt es das GQ-Magazin.

Es gibt einen Satz, eine Ausführung der Financial Times Deutschland, die den Menschen und den Trainer Jose Mourinho wirklich sehr gut charakterisiert.

Dieser liest sich so:

Erfolg ist für Mourinho die logische Konsequenz einer Topleistung – die er in jedem Spiel erreichen will. Er definiert sich und andere über Leistung. Das ist ein programmiertes kulturelles Missverständnis in Italien, wo Menschen oft nicht für ihre Leistung, sondern in erster Linie für ihre Beziehungen bewundert werden. Mourinho sagt über Italiens Fußball: „Ich mag ihn nicht, und er mag mich nicht.“

Quelle: Financial Times Deutschland

Einfach Jose Mourinho

Man muss Jose Mourinho nicht lieben, nicht verehren, aber man sollte ihn respektieren. Er hat sich alles selbst erarbeitet, hat Sprachen gelernt, neue Kulturen kennengelernt und war sich einfach immer selbst treu. Mourinho polarisiert, er steht gerne im Mittelpunkt, denkt aber zur gleichen Zeit auch an seine Mannschaft, an seine Spieler.

Er ist nicht perfekt, aber er arbeitet Tag für Tag daran, der Trainer zu sein, der er sein möchte… „The Special One“ oder ganz einfach – Jose Mourinho, der Trainer!

Geschrieben von Florian Hellmuth

Veröffentlicht von Florian

Medien-Blogger, Community-Manager, Sportfan.

6 Kommentare zu „Ein etwas anderer Trainer – Jose Mourinho – The Special One

  1. Schöner Artikel über The Special One!

    In meinen Augen fehlt nur ein Fakt aus dem Schaffen Jose’s und zwar, dass er seit seiner Zeit beim FC Porto (genau seit dem 16.03.2002), dem FC Chelsea London und Inter Mailand kein einziges Liga-Heimspiel mehr verlor!

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  2. 136 Ligaheimspiele in Serie ohne Niederlage (38 mit dem FC Porto, 60 mit dem FC Chelsea und 38 mit Inter Mailand; Stand: 9. Mai 2010)

    Mourihno verlor nur „EIN“ Ligaheimspiel in seiner Karriere als Trainer!!!!

    23.02.2002: mit dem Fc Porto gegen Sc Beira-Mar mit 2:3

    UNGLAUBLICH ABER WAHR!!! BESTER TRAINER ALLLER ZEITEN!!

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  3. mourinho ist ein lächerlicher vollidiot…seine geliebte souza gab an dass als die beziehung aufflog er einfach nur sagte er kann das den kindern nicht antun…“er ist ein feigling“…und wenn solche leute auch noch in die kirche rennen und auf die böse welt schimpfen obwohl sie selbst nicht besser sind dann kommt mir der BRECHREIZ!!!…mourinho mag ein guter trainer sein aber das macht ihn noch lange nicht sympathisch…meiner meinung nach ist er nicht ganz dicht im kopf…ancelotti hat recht..schon alleine die ansage bei chelsea (special one) war lächerlich..denn eifach respektlos gegenüber anderen…ancelotti hat bewiesen dass man auch als sympathischer mensch erfolg haben kann..ER ist der wirklich special one…und nicht dieser wirrkopf aus portugal!!

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