F1: Vorschau auf den Großen Preis von Brasilien

Nach dem eindrucksvollen Premiere Rennen in Südkorea vor zwei Wochen, macht die Formel 1 nun Station zu ihrem vorletzten Rennwochenende der Saison 2010 im Brasilianischen Sao Paulo.

Die WM könnte spannender nicht sein.  Beim einstigen Topfavouriten Red Bull hängt nach dem GP von Südkorea der Haussegen schief. Als  der WM Leader Webber in Runde 19 bei regennasser Fahrbahn die Kontrolle über seinen Red Bull verlor und dabei noch Mercedes Pilot Nico Rosberg unverschuldet ins Aus beförderte, hatte man mit Sebastian Vettel, der das Rennen zu diesem Zeitpunkt eindrucksvoll anführte zumindest noch ein Petto in der Hinterhand. Doch dem Heppenheimer machte wieder einmal die Technik oder besser gesagt der Motor einen Strich durch die Rechnung. In Runde 46 und damit 9 Runden vor Schluss verabschiedete sich das Renault V8 Aggregat von Vettel in einer riesigen Rauchwolke.

Der Deutsche wäre ohne diesen Ausfall als WM führender nach Sao Paulo gereist. Nun ist er nur noch WM vierter und kann seine Hoffnungen auf den WM Titel eigentlich schon fast begraben. Parallelen zu Michael Schumacher 2006 werden erkennbar. Dem Rekordweltmeister erging es damals nämlich ähnlich, als ihm in Japan 10 Runden vor Schluss der Motor hochging und die WM am Ende somit an Fernando Alonso ging.

Und genau dieser könnte auch diesmal wieder der lachende Dritte sein. Fernando hat nach dem Doppelausfall der beiden Bullen das Rennen in Südkorea gewonnen und gleichzeitig auch die WM Führung mit 231 Punkten übernommen. Damit hat der Spanier 11 Punkte Vorsprung auf Webber, 21 auf Hamilton und gar 25 Punkte auf Vettel.

Noch ist zwar nichts entschieden, gerade die Motorensituation könnte dem Spanier am Ende vielleicht doch noch einen Strich durch die Rechnung machen. Denn Fernandos Motorenvorrat ist aufgebraucht. Dennoch wird er alles versuchen auch die letzten beiden Rennen zu gewinnen. Und das könnte ihm auch gelingen. Der Ferrari Pilot hat nämlich mit Ausnahme des Großen Preises von Japan die letzten drei Rennen für sich entscheiden können und damit auch die beste Ausgangslage. Mal abgesehen von möglichen Motorenproblemen. Für Red Bull heißt es im Prinzip nur noch so weit wie möglich vor Fernando ins Ziel zu kommen, um so viele Punkte wie möglich auf Alonso gut zu machen.

Gerade der Große Preis von Brasilien bot uns in den letzten Jahren immer spannende Rennen. 2007 reiste Lewis Hamilton als WM Führender mit 107 Punkten zum damals letzten GP Wochenende nach Brasilien vor Alonso mit 102 und Raikkönen mit 100 Punkten. Nach einem spannenden Rennen drehte sich die WM jedoch völlig und ausgerechnet der Finne auf WM Rang 3, wurde am Ende mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

2008 sollte es dann zum Herzschlagfinale zwischen Massa & Hamilton kommen. Der Brasilianer Felipe Massa führte den GP an und wäre damit Weltmeister, da sein Konkurrent Lewis Hamilton einen fünften Platz benötigt um sich die WM Krone zu sichern. Felipe fährt indes über die Ziellinie. Er hat somit sein mögliches möglich gemacht. Jubelschreie in der Ferrari Box ertönen für wenige Sekunden. Dann der Kameraschwenk zu Nicole Scherzinger (Freundin von Lewis Hamilton), die jubelnd und schreiend in der Boxengasse rumhüpft.  Wieder der Schwenk in die Ferrari Box, wo sich die Euphorie nun in bittere Tränen gewandelt hat.

Doch was war passiert? Dem Engländer gelang es in der letzten Kurve am deutschen Timo Glock im Toyota vorbeizuziehen, der seinerseits bisher fünfter war. Damit hatte Hamilton P5 inne und somit seinen ersten WM Titel. Es war meiner Meinung nach die bisher spannendste aber auch bitterste WM Entscheidung der Formel 1 Geschichte.

2009 sollte in Brasilen erneut Geschichte geschrieben werden. Zur Qualifikation schüttete es wie aus Eimern. An Fahren war somit nicht zu denken. Also wurde der Qualifikationsbeginn nach zuvor zahlreich erfolgten Streckenbesichtigungen immer weiter nach hinten verschoben. Nach fast 4 Stunden, konnte das Qualifying dann aber doch über die Bühne gehen.

Neben Istanbul ist der Kurs in Interlagos der einzige im Formel Kalender der gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird.  Die Fahren müssen die 4,309 km langen Strecke 71 Mal umfahren. Vielleicht steht schon am Sonntag der König der Saison 2010 fest.

Der WM Stand vor dem Großen Preis von Brasilien

1. F. Alonso 231

2. M. Webber 220

3. L. Hamilton 210

4. S. Vettel 206

5. J. Button 189

6. F. Massa 143

7. R. Kubica 124

8. N. Rosberg 122

9. . M. Schumacher 66

10. R. Barichello 47

11. A. Sutil 47

12. K. Kobayashi 31

13.  V. Liuzzi 21

14. V. Petrov 19

15. N. Hülkenberg 18

16. S. Buemi 8

17. P. de la Rosa 6

18. N. Heidfeld 6

19. J. Alguersuari 3

Die TV-Zeiten im Überblick

Freitag 05.11.10

Sky

12:55 Uhr – 14:45 Uhr 1. freies Training live aus Sao Paulo

16:55 Uhr – 18:45 Uhr 2. freies Training live aus Sao Paulo

Sport 1

13:00 Uhr – 14:35 Uhr 1. freies Training live aus Sao Paulo

17:00 Uhr – 18:35 Uhr 2. freies Training live aus Sao Paulo

Samstag 06.11.10

Sky

13:55 Uhr – 15:15 Uhr 3. freies Training live aus Sao Paulo

16:45 Uhr – 18:30 Uhr Qualifikation live aus Sao Paulo * (Nur auf Sky Sport2)

RTL

15:30 Uhr – 16:20 Uhr 3. freies Training relive aus Sao Paulo

16:30 Uhr – 18:20 Uhr Qualifikation live aus Sao Paulo

Sonntag 07.11.10

Sky

16:00 Uhr – 16:55 Uhr Vorberichte live aus Sao Paulo

16:55 Uhr – 19:00 Uhr Großer Preis von Brasilien live aus Sao Paulo

19:00 Uhr – 19:30 Uhr Nachberichte live aus Sao Paulo

RTL

15:45 Uhr – 16:45 Uhr Vorberichte live aus Sao Paulo

16:55 Uhr – 18:45 Uhr Großer Preis von Brasilien live aus Sao Paulo

18:45 Uhr – 19:30 Uhr Nachberichte live aus Sao Paulo

+++Viel Spaß beim Großen Preis von Brasilien+++

Geschrieben von Markus Krecker

Am Donnerstag macht der Blog ne Pause – Blogger on Tour in München!

Bildquelle: Google Maps

Hallo liebe Leser,

am morgigen Donnerstag werde ich hier keinen Eintrag veröffentlichen, da ich den Tag über in München verbringen werde. Wenn es die Zeit zulässt, werde ich auch an die Säbener Straße oder zur Allianz Arena  fahren.

Gut auskennen tue ich mich in München zwar nicht, aber die S-Bahn fährt ja doch ein weites Gebiet ab.

Bilder werde ich natürlich auch machen, keine Frage.

Ich gehe den Tag ruhig an und schaue, was mich erwartet.

In diesem Sinne!

Euch einen schönen Donnerstag!

Florian

Leser schreiben Artikel – Teil 2 – Formel 1 auf Sky – Gedanken zur Formel 1 im deutschen Pay-TV

Die Formel 1 bei Sky steht auf der Kippe – Einige Fans schreiben nun exklusiv für Planet of Sports über ihre Erfahrungen und Erlebnisse, während der Übertragungen in den letzten Jahren. Es ist mehr als eine Sportart, es ist eine Leidenschaft!

Dienstag, 28. September, Stuttgarter Nachrichten:

„Uns bewegt die Frage: Womit legen wir im Neukundengeschäft zu?“ Die Königsklasse des Motorsports zählt nicht dazu – auch deshalb, weil RTL mit seiner Formel-1-Berichterstattung eine (zu) starke Konkurrenz darstellt. „Die Formel 1 ist als Abo-Grund ein geringer, deshalb steht sie bei uns auf dem Prüfstand“.

Diese Aussage des Sky Sportvorstands Carsten Schmidts dürfte vielen Formel 1 Fans wie ein schlechter Traum erschienen sein. Ließ doch selbige Person – damals noch unter dem Sendernamen ‚Premiere‘ – im September 2007 (im Zuge der letzten Rechteverlängerung) noch Folgendes verlauten: „FOM und ‚Premiere‘ stoßen nach über zehn Jahren erfolgreicher Partnerschaft in eine neue Dimension vor. Der neue Formel-1-Vertrag sichert uns langfristig (Anm.: Was ist ‚langfristig‘?) eines der wichtigsten Premium-Sportrechte im Pay-TV.“

Natürlich ist diese Kehrtwende Schmidts Anlass für zahlreiche Spekulationen, Interpretationen und Mutmaßungen rund um das Thema ‚Formel 1 im deutschen Pay-TV‘. Einige Fans sehen in den öffentlichen Aussagen Schmidts die langsame Vorbereitung eines bereits intern beschlossenen Ausstiegs aus der Übertragung der Formel 1. Andere hingegen haben die Vermutung, dass es Sky lediglich darum geht, den Preis gegenüber den Forderungen Bernie Ecclestones so gering wie möglich zu halten. All dies kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden, deshalb möchte ich mich lediglich auf die Fakten beschränken. Und Tatsache ist: Dieses Thema bewegt sehr viele Formel 1 Fans in Deutschland! Warum?, mögen sich nun Einige derer fragen, die die Formel 1 vorwiegend nur am Rande verfolgen. Die Formel 1 gibt es doch schließlich auch live bei RTL – und das ganz ohne zusätzliche Kosten! Von den deutschsprachigen Sendern ORF und SF mal ganz abgesehen…

Im Folgenden geht es mir primär darum eine Erklärung zu geben, weshalb die Formel 1 auf RTL für viele Motorsport-Fans eben keine Alternative zum deutschen Pay-TV ist. Um es vorneweg zu sagen: Dabei geht es mir keineswegs um das Aufstellen von allgemeingültigen Thesen. Vielmehr liegt mein Anliegen darin, eine subjektive Sicht darzulegen, mit welcher sich – hoffentlich – so viele Formel 1 Fans wie möglich gleichermaßen identifizieren können. Ebenso will ich keine ausführliche diachrone Sicht auf die Formel 1 im Pay-TV (also nicht die Geschichte der Formel 1 im Pay-TV) darstellen, da dies schon von anderen Autoren ausführlich – und sehr schön – gemacht wurde. Vielmehr will ich versuchen, aus – mehr oder weniger – synchroner Betrachtungsweise zu zeigen, warum die Formel 1 im Bezahlfernsehen für mich eine Herzensangelegenheit ist, ohne dabei zu vernachlässigen, welche Erfahrungen sich mir mit der Formel 1 im Pay-TV über die letzten Jahre verbinden. Welchen Mehrwert bietet also das Pay-TV gegenüber dem Free-TV bei der Berichterstattung? Noch mehr: Was macht die Formel 1 im Pay-TV für mich unverzichtbar? Warum soll die Formel 1 weiterhin bei Sky zu sehen sein?

Zu allererst möchte ich auf das eingespielte Kommentatorengespann zu sprechen kommen. Seit dem ersten Rennen im digitalen Bezahlfernsehen (GP von Deutschland 1996 unter dem Namen DF1) wird das Szenario von Jacques Schulz und Marc Surer begleitet. Und zwar vom 1. Training am Freitag bis zur Siegerehrung nach dem Rennen am Sonntag.

Schulz absolvierte eine BWL- und Jurastudium und arbeitete im Anschluss bei lokalen Münchener Hörfunkanstalten. Ab 1993 kommentierte er Formel 1 Rennen auf Eurosport, bevor er 1996 mit dem Start von DF1 zum Pay-TV wechselte.

Der Schweizer und gelernte Schlosser Marc Surer war in der Zeit von 1979 bis 1986 insgesamt bei 82 Rennen der Königsklasse am Start. Es ist bei Weitem nicht zu hoch gegriffen, ihn als einen ‚Mann vom Fach‘ zu bezeichnen. Surer weiß, wovon er spricht. Zudem verfügt er über wertvolle Connections im Fahrerlager.

Schon auf den ersten Blick gibt dieses Duo eine sich gegenseitig perfekt ergänzende Mischung ab. Der motorsportinteressierte Journalist auf der einen, und der über Detailkenntnisse verfügende Ex-Rennfahrer auf der anderen Seite. Und genau dieses Prinzip hat sich in über 14 Jahren mehr als bewährt. Bei Schulz merkt man in jedem seiner Sätze, wie sehr er die Formel 1 liebt, wie sehr er mitfiebert und wieviel Freude er an seinem Job hat. Er selbst weiß ganz genau, dass er des Öfteren bei spannenden Rennsituationen dazu neigt, etwas lauter in die deutschen Wohnzimmer zu sprechen. Marc Surer hingegen ist mehr der Analytiker. Er ist nahezu immer auf der Höhe des Geschehens, er vermag detaillierte Einblicke in die Technik zu geben und erkennt oftmals schon am Bildschirm, welchen technischen Defekt ein bestimmtes Auto haben könnte, ob ein Auto gut zu einer speziellen Strecke passt, etc. Schulz und Surer – eine Kontinuität von Qualität im Pay-TV, die wohl kein Fan missen will!

Nur das Pay-TV bietet im deutschsprachigen Raum eine Übertragung, die alle Sessions der Formel 1 live und ohne Werbeunterbrechung zeigt. Das ist wohl zurecht für viele Fans der Mehrwert gegenüber dem Free-TV schlechthin. Ersteres wird vermutlich die arbeitende Bevölkerung nicht so sehr tangieren, zumal die Freitags-Trainings in der Regel auch live im Free-TV zu sehen sind. Die Übertragung des einstündigen morgendlichen Samstagstrainings hingegen liefert das Pay-TV exklusiv. Für mich, der jede Session eines Rennwochenendes verfolgt, ein wichtiges Faktum. Für viele Kunden sicherlich bedeutender ist aber die Tatsache der Werbefreiheit im Pay-TV. Einfach unerträglich sind Sätze wie „wir machen einen kurzen Boxenstopp“, „bleiben sie dran“ oder „sie verpassen nichts“! Gerade Letztgenanntes trifft eben nicht zu! Wird die Übertragung durch Werbung unterbrochen, so verpasst man immer etwas. Dabei kann man noch von Glück sagen, wenn „nur“ ein Boxenstopp an einem vorübergeht. Weitaus ärgerlicher kann der Ausfall oder ein Überholmanöver seines Lieblingspiloten sein – just zu dem Zeitpunkt, als ich mir gerade überlege, ob ich „nicht blöd sein will“ oder ob „Geiz geil ist“!

Hinzuzufügen bleibt, dass nur im Bezahlfernsehen oder vor Ort die interessanten Rahmenrennen an einem Grand-Prix-Wochenende zu verfolgen sind.

„Ich habe mich entschlossen, nochmals in der Formel 1 anzugreifen. Mercedes Grand Prix und ich werden in den nächsten drei Jahren gemeinsam an den Start gehen. Und offen gesagt juckt es mich heute schon bei der Aussicht, wieder ins Lenkrad zu greifen“ (Michael Schumacher am 23. Dezember 2009).

Diese Ankündigung des Siebenmaligen Champions Michael Schumacher löste in Deutschland eine wahre Hysterie aus. Kurz vor dem Beginn der Saison 2010 trug Sky diesem neuerlichen Schumacher-Boom Rechnung, indem man ankündigte, einen extra ‚Silberpfeilkanal‘ über die gesamte Saison aufzuschalten.

Allerdings sind wir hier auch bei einem Thema, welches (trotz dieser neuen Perspektive) zeigt, dass der Stellenwert der Formel 1 bei Sky wohl schon mal größer gewesen sein dürfte. Nein: Er war ganz sicher schon mal größer! Fast zeitgleich mit der Ankündigung des ‚Silberpfeilkanals‘ folgte die Ernüchterung. Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Pay-TVs sollte die Perspektivenwahl auf das Qualifying und das Rennen beschränkt werden. War es denn nicht gerade in den Freitags-Trainings besonders wertvoll, zwischen den Perspektiven hin- und herschalten zu können? Zahlreiche Beschwerdemails änderten erwartungsgemäß nichts an dieser Tatsache. In Bahrain 2010 konnte man erst im Qualifikationstraining zwischen den Optionen wechseln.

An dieser Stelle erinnere ich nur zu gerne an die Zeiten von Bakerville, zweifellos dem Höhepunkt der digitalen Formel 1 Übertragung. Nie war der Mehrwert der Formel 1 im Pay-TV größer! In einer extra sorgfältig abgeriegelten Sendeanstalt wurde mit einer Technik im Wert von 150 Millionen Mark das digitale Programm aller 17 Rennen produziert – gemeinsam von der britischen FOM (Formula One Management), Premiere World und dessen französischen sowie italienischen Pendant Canal Plus und Telepiú. Free-TV-Sender wie RTL mussten auf die Bilder des lokalen Hostsenders zurückgreifen.  In den Zeiten von Premiere World hatte man die Möglichkeit, zwischen sechs Perspektiven (Supersignal, Boxengasse, Verfolgerfeld, Cockpit-Kanal, Info-Kanal und Multi-Kanal) zu wählen. Nie wieder hat man – zum Teil selbst-, zum Teil fremdverschuldet – diese Übertragungsqualität im Pay-TV erreicht.

Ich selbst bin schon seit einiger Zeit Abonnent von Premiere beziehungsweise Sky. Von der Art der Berichterstattung war ich von Beginn an fasziniert. Als ich mein erstes Rennen auf Premiere sah dachte ich: „Endlich eine ausführliche Berichterstattung“, „endlich die Perspektiven, von denen andere Fans immer sprachen“, „endlich auch mal Jacques Schulz und Marc Surer hören“, „endlich Formel 1 ohne Werbeunterbrechung“. Auch wenn die Übertragungsqualität leider quasi von Jahr zu Jahr merklich abnahm: Eine wirkliche Alternative gibt es für mich bis zum heutigen Zeitpunkt nicht! Die vorangegangen Zeilen haben hoffentlich gezeigt, dass sich auch RTL nicht zu einer ernsthaften Alternative eignet, ohne deren Job schmälern zu wollen (es gibt dort sehr fähige Leute wie Christian Danner oder Niki Lauda). Bis zum 28. September 2010 – und der Aussage Schmidts – dachte ich immer, dass die RTL-Zeit für mich für immer beendet sei. Und jetzt soll es heißen: „Denkste, Pech gehabt“?

Aber auch aus Sicht von Sky bin ich überzeugt davon, dass die Aufgabe der Formel 1 ein riesiger Fehler wäre. Jeder weiß, dass es um Sky finanziell nicht unbedingt zum Besten steht. Vereinfacht gesagt: Neue Kunden müssen her!

Und wenn Carsten Schmidt sagt, dass die Formel 1 als Abo-Grund ein geringer sei und man sie deshalb auf den Prüfstand stelle, so möchte ich einmal einen anderen Gedankengang anregen. Vorausgesetzt, die Formel 1 sei wirklich ein geringer Grund für Neuabonnements, so bin ich dennoch von folgenden Punkten überzeugt:

  1. Einige Fans abonnierten Pay-TV sicherlich in erster Linie aufgrund der Formel 1. Kann man es sich bei Sky erlauben, diese Kunden zu verlieren? Lieber Herr Schmidt: Unterschätzen Sie bitte nicht die Fans der Formel 1, die diesen Sport über sehr lange Zeit treu im Pay-TV verfolgten! Viele dieser Fans können auch ohne Fußball…
  2. Die Formel 1 mag zwar nicht viele Neukunden bringen, aber tut das denn Golf?, tut das die DEL?, tut das die Euro-League?, tut das der DFB-Pokal? Will man alles wegrationalisieren?
  3. Keines der angesprochenen Rechte alleine bringt wohl viele Neukunden. Das Ziel eines funktionierenden Pay-TVs müsste es sein, ein möglichst breitgefächertes Angebot an Sportrechten anzubieten. Die Vielseitigkeit macht’s!
  4. Wie erwähnt kann ich Gewinne nur durch Kunden erzielen. Wie bekomme ich Kunden? Jedenfalls nicht durch ständige Rechteeinsparungen und eine sehr hohe Preispolitik!
  5. Sendungen wie „Samstag live“ sind ganz sicher keine Alternative zu „echtem“ Livesport!

Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Die Scheidung der Ehe zwischen Sky und der Formel 1 wurde gewissermaßen noch nicht vollzogen. Vielleicht handelt es sich nur um eine Beziehungskrise im Zuge eines gegenseitigen Machtspiels.

Und ohnehin: Das einzige was wir Fans tun können ist hoffen und bangen!

Aber gleichzeitig auch der Aufruf an alle, denen die Formel 1 im Pay-TV am Herzen liegt: Qui tacet, consentire videtur! (Bonifatius VIII.)

Euer Florian K. (alias Hockenheim)