Thomas Schaaf und die Krise, sowie die Zukunft in Bremen!

Ist es die Ruhe vor dem  Sturm? Oder nur eine Schwächephase? Nach 13. Spieltagen steht die Mannschaft von der Weser nur auf Rang zwölf. Kommen sie dort wieder raus oder muss wirklich ein neuer Übungsleiter her?

Sauer, traurig, enttäuscht, manchmal sogar lautstark an der Seitenlinie. Für Thomas Schaaf ist es eine der schwierigsten Phasen in seiner elfjährigen Karriere als Cheftrainer in Bremen. Seit 1988 ist er in Bremen, er fing als Jugendtrainer an und arbeitete sich nach oben. Es ist kein Wunder, dass es für Schaaf nicht nur um seinen Job, sondern auch um ein Teil seines Lebens geht. Der Mensch „Schaaf“ wirkt aufgewühlter als sonst, man merkt ihm an, dass auch er nicht weiß, wieso es in der Liga nicht mehr klappt. Aus einer Mannschaft, die sehr Heimstark war, die extrem viele Tore erzielte und die jahrelang zu den besten Teams des Landes gehörte, muss man sich nun mit dem Mittelmaß begnügen.

Auswärts holte man nur fünf Punkte und das in sieben Spielen. Das ist für eine Spitzenmannschaft, zu denen Werder Bremen zweifelsohne gehört, einfach viel zu wenig. Mit nur 19 Toren ist man ebenfalls im unteren Mittelfeld der Tabelle. Auch hinten klappt es nicht, mit 31 Gegentoren ist nur Borussia Mönchengladbach noch schlechter.

Ich halte es für falsch, alles an dem Abgang von Mesut Özil festzumachen. Özil ist ein guter Spieler, der nun in Madrid sehr ansprechende Leistungen zeigt, dennoch ist und war er nicht der Mittelpunkt von Werder Bremen. Meiner Meinung nach war es immer das Team, dass Kollektiv, dass sehr gut zusammenarbeitete und was die Mannschaft so stark gemacht hat. Mit Ruhe, mit Begeisterung und mit Professionalität erarbeitete sich der Verein den Status, den er heute hat. Blickt man auf die Mannschaft, dann sehe ich ein Team mit Potenzial, dass dieses aber momentan nicht ausspielen kann. Aber woran liegt es dann? Meiner Meinung nach ist es zum einen die Einstellung, ich habe oft nicht das Gefühl, dass die Spieler Spaß an dem haben, was sie tun. Viele sind sich auch dem ernst der Lage nicht klar. Es sind die deutschen Tugenden, die ich oft vermisse. Es ist der Wille, der Kampf und die Verbissenheit, die ich oft nicht sehe, auch die Kommunikation der Mannschaft ist nicht die beste.

Thorsten Frings, um ein Beispiel zu nennen ist ohne Frage ein guter Fußballer, dennoch sehe ich in ihm keine Leitfigur. Er fällt mir oft negativ auf, sei es durch Gemeckere am Schiri oder Fouls. Frings ist meiner Meinung nach nicht mehr der, der er mal war. Es fehlt mir die Energie, man hat nicht das Gefühl, dass er die Mannschaft nach vorne peitschen kann.

Klaus Allofs sagte zum Thema Trainer:

„Ich bin absolut davon überzeugt, dass es keinen besseren Trainer für Werder Bremen gibt. Wenn wir handeln würden, würde dies aus einem gewissen Druck entstehen und nicht aus Überzeugung“, hakte aber vielsagend ein: „Wenn aber in einem Gremium die Meinung vorherrscht, dass das anders ist, ist das kein Tabuthema.“

Für den Verein Werder Bremen ist es ein großer Schritt, wenn man öffentlich zu diesem Thema etwas sagt. Bremen ist meist ruhig, dass gilt für die Fans und für die Presse. Man hat einfach immer das Gefühl, die Verantwortlichen wüssten, was sie tun. Ich bin der Meinung, dass man der Mannschaft bis zur Winterpause die Chance lassen sollte, die Wende herbeizuführen. Ist man dann nicht zufrieden mit den Punkten und mit dem derzeitigen Trend der Mannschaft, dann sollte man sich intensiver mit dem Thema „Trainer“ beschäftigen. Nach elf Jahren als Trainer könnte es Abnutzungserscheinungen geben, immer das gleiche, immer derselbe Rhythmus… vielleicht muss wirklich mal neue Energie, einfach ein neues Trainerkonzept her. Ich finde aber auch, dass wenn man den Trainer entlässt, wenn man neu anfangen will, dann richtig, dass heißt für mich, dass auch Klaus Allofs den Hut nehmen muss. Hier geht es dann nicht um die Menschen, die ohne Frage eine grandiose, eine fast schon atemberaubende Zeit in Bremen hatten und viel geleistet haben, sondern um die Zukunft des Vereines. Schaaf und Allofs, dass sind wichtige Eckpfeiler von Werder Bremen und sie werden es auch immer bleiben. Dennoch muss man als Verein ebenfalls in die Zukunft schauen und wenn man merkt, dass es nach all den Jahren nicht mehr so gut läuft, dann muss man die Konsequenzen ziehen, den Arsch in der Hose haben und handeln.

Man sollte diese ganze Geschichte positiv sehen. Die letzten Jahre waren sehr erfolgreich, man ist sogar Meister geworden, hat sich viel erarbeitet, aber die Zeit bleibt nicht stehen, man entwickelt sich weiter, Menschen gehen und Menschen kommen. Es ist der Wandel der Zeit und ich hoffe, dass dieser in Bremen nicht stehen bleibt.

Geschrieben von Florian Hellmuth

Was erlauben Löw?

Hallo liebe Leser,

ganz platt gesagt, kann man diese Überschrift wählen. In Deutschland fragen sich viele Fans, was sich Jogi Löw bei einigen seiner Entscheidungen denkt? Viele sagen, er denke nur an sich, andere, dass er einfach überhaupt keine Ahnung hat.

Im Großen und Ganzen geht es um einige Entscheidungen, die man einfach nicht nachvollziehen kann oder nachvollziehen will. Hat Löw einen anderen Eindruck von den Spielern? Mag er sie nicht oder will er einfach seinen Dickkopf durchsetzen?

Angefangen hat es vielleicht mit den Diskussionen um Stefan Kießling von Bayer Leverkusen, der zwar in der Liga immer viele Tore gemacht hat, aber irgendwie nie so richtig in die Nationalmannschaft eingeladen wurde. In dieser Zeit haben sich die Medien und die Fans extrem für eine Nominierung von Stefan Kießling in die Nationalmannschaft stark gemacht. Irgendwann wurde der Druck so groß, dass Löw ihn wirklich eingeladen hat. Bis heute spielt Kießling für die Nationalmannschaft und wird sicherlich auch die Reise nach Südafrika antreten.

Um einiges extremer wurde dann die Sache mit Kevin Kuranyi. Das Land sah, dass Kuranyi in bestechender Form war, er traf wie er wollte und verzauberte die Bundesliga. Ich hatte den Eindruck, dass es am Anfang die Fans waren, die Kuranyi unbedingt in der Nationalmannschaft sehen wollten, auf diesen Zug ist dann ebenfalls die Presse aufgestiegen und berichtete fast jeden Tag über dieses Thema. Der Druck wurde größer und größer und Kuranyi spielte weiterhin einen tollen Fußball. Löw sagte indirekt, dass er sich das ganze noch einmal überlegen würde. Am Ende entschied Löw, dass Kuranyi nicht mit zur WM fährt mit der Begründung, dass er nicht ins System passe. Ich persönlich glaube, dass es nur eine Ausrede war, damit er Kuranyi nicht mit zur WM nehmen muss.

Hintergrund: Kuranyi ist im Jahre 2008 nach einem Spiel gegen Russland ohne Abmeldung verschwunden. Nach dieser Aktion sagte Löw: „So wie Kevin gestern reagiert hat, kann ich das nicht akzeptieren und werde ihn deshalb in Zukunft nicht mehr für die Nationalmannschaft nominieren“ – Tja, Löw hat sein Wort gehalten.

Das war die Vergangenheit, kommen wir zur Gegenwart. Nach der Verletzung von Michael Ballack würden viele Fans gerne  Torsten Frings als Ersatz in der Nationalmannschaft sehen. Wie man aber gestern bereits lesen konnte, wird Löw keine weiteren Spieler für die WM nominieren. Bereits vor einigen Wochen hatte man Frings gesagt, dass man in Zukunft ohne ihn plane. Löw: „Man wolle jüngere Spieler an das internationale Spitzenniveau heranführen“ – Nun frage ich mich persönlich: Wenn ein erfahrener Führungsspieler ausfällt, wieso nimmt man dann nicht noch einen erfahrenen Spieler mit, der in den letzten Jahren viel für die Nationalmannschaft getan hat? Frings war in den letzten Wochen und Monaten aber auch nicht gerade „ruhig“, wenn es darum ging, die Arbeit von Jogi Löw zu bewerten, er warf Löw z. B. vor, dass er nicht nach Leistung aufstelle.

Ganz ehrlich … ich kann Frings nur recht geben. Der Satz ist mittlerweile schon zäh wie Schuhleder, aber wenn es nach Leistung geht, wieso sind dann Klose und Podolski dabei? Löw vertraut scheinbar auf Klose und Podolski, weil sie in den letzten Jahren ein wichtiger Teil der Nationalmannschaft waren und in der Vergangenheit extrem wichtig für den Erfolg der Mannschaft waren. Problem für mich ist einfach, dass Löw sagte, dass bei ihm das Leistungsprinzip greift. Wenn man jetzt sieht, dass Klose und Podolski zur WM fahren, dann frage ich mich, wieso denn nicht Torsten Frings? Auch er war lange Nationalspieler, hat seine Leistungen gebracht und war in der Vergangenheit einer der wichtigsten Spieler … Also… was erlauben Löw?

Meiner Meinung nach gibt es hier nur eine Antwort auf alle Fragen … Löw ist ein Dickkopf … auch wenn er mit dem Kopf durch die Wand rennt, er bleibt sich selbst treu. Er sagte vor einigen Jahren, dass Kuranyi nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen wird und so kommt es nun auch. Als Beobachter habe ich das Gefühl, dass Löw nicht gut mit Spielern umgehen kann, die den Mund aufmachen, die sagen, wenn etwas nicht gut ist. Löw ist der Chef und wer sich nicht richtig unterordnet, der ist einfach nicht dabei. Was die Presse schreibt oder die Fans fordern ist ihm auch relativ egal, dass haben wir in den letzten Monaten sehr deutlich gesehen.

Eines ist sicher: Wenn Löw bei der Weltmeisterschaft in Südafrika keinen Erfolg hat, dann ist er schneller weg, als er Nationalmannschaft sagen kann. Wenn es wiederum anders kommt, wenn wir erfolgreich sind, dann ist er der König von Deutschland. Auf der einen Seite finde ich es gut, dass er sich nichts sagen lässt, auf der anderen wirkt es einfach dickköpfig und vielleicht sogar idiotisch.

Spätestens bei der Weltmeisterschaft werden wir sehen, ob Löw mit seinen Entscheidungen richtig lag oder eben auch nicht …

Geschrieben von Florian Hellmuth

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