Die Medien und ihre Liebe zum FC Bayern

Es gibt in Deutschland keinen Verein, der so polarisiert wie der FC Bayern München. Jeden Tag gibt es neue Meldungen vom deutschen Nobelclub.

Bei keinem anderen Club in Deutschland ist so viel Presse zu gegen, wie beim FC Bayern.

Gerade wenn es in der Liga oder in der Champions League nicht läuft, da dreht die Presse wieder richtig auf. Eine Niederlage des FC Bayern ist immer wieder ein Grund, den Trainer zu kritisieren oder die Mannschaft runterzuschreiben.

Momentan läuft es nicht in München. Man ist im DFB Pokal raus und auch in der Champions League ist man gegen den FC Barcelona im Viertelfinale gescheitert. Dafür liegt man in der Bundesliga mit 51 Punkten nur 3 Punkte hinter dem Spitzenreiter aus Wolfsburg. Für die Presse ist dies natürlich eine große Story. Der Bäcker aus Kalifornien bestimmt die Sportwelt. Egal ob Bild, Spiegel, Focus oder Kicker. Überall liest man von Klinsmann und seinem Versagen.

Persönlich sehe ich Jürgen Klinsmann auch als gescheitert, aber ist das kein Grund jeden Tag über ihn zu berichten. Wie soll ein Trainer mit seiner Mannschaft vernünftig arbeiten, wenn er keine Ruhe findet, sondern immer von der Presse bedrängt, oder zu Interviews gebeten wird.

Aber es ist ja nicht nur die Person Klinsmann, die man immer wieder sieht. Es folgt der gesamte Bayernvorstand, der zu allen was zu sagen hat, egal ob Rummenigge, Hoeneß oder Beckenbauer.

Der gesamte Verein Bayern München steht permanent in der Öffentlichkeit. Die anderen Vereine werden so nie aus dem Schatten der Bayern auftauchen. Die Bundesliga hat 18 Vereine und nicht nur diesen einen. Jeder dieser Vereine hat seine Fans, egal ob dieser vorne oder hinten steht.

Gerade im TV fällt es auf. Egal welchen Sportsender man einschaltet. Bei Premiere ist z.B. der halbe Sportvorstand als Experte regelmäßig zu Gast. Samstag um 15:00 Uhr beginnt die Bundesligaübertragung bei Premiere. Das erste Thema sind immer die Bayern, egal welche Spiele statt finden. Es werden immer erst die Bayern, von den Bayern Experten analysiert und begutachtet. Mindestens 10 Minuten der kompletten Vorberichterstattung ( 25 Minuten ) bei Premiere dreht es sich um die Bayern.

Im DSF ist es fast genauso. Die meiste Zeit wird über die Bayern geredet, egal ob es in der Sendung Bundesliga Aktuell ist, oder im Doppelpass am Sonntag.

Bei den Öffentlich Rechtlichen ist es genauso. Wenn ARD oder ZDF den DFB Pokal übertragen, dann nur Spiele des FC Bayern München. Das konnte man in den letzten Jahren sehr gut begutachten.

Das geht vielen Fans in Deutschland ziemlich auf die Nerven. Ein bisschen mehr neutralität und objektivität darf man sich wohl wünschen und auch erwarten. Die Bayern spielen in der Bundesliga, nicht in der Bayernliga.

Vor einiger Zeit hatten wir hier das Interview mit Hansi Küpper. Auf die Frage, welche Mannschaft ihn am meisten beeindruckt, kam er unter anderem auch auf Energie Cottbus. Sie kämpfen jedes Jahr um den Klassenerhalt und ums nackte überleben in der Liga. Wenn sie fallen, dann geben sie nicht auf. Sie versuchen dann im Jahr darauf wieder aufzusteigen und das mit aller Macht. Das geht nicht nur Cottbus so, dass geht auch Bielefeld, Gladbach,Frankfurt & Co so. Gerade die kleinen Vereine haben nicht viel Geld zur Verfügung um teuere Transfers zu tätigen oder ihr Stadion auszubauen. Aber Jahr für Jahr messen sie sich mit den großen Vereinen in Deutschland und geben Tag für Tag alles, um akzeptiert und vorallem ernst genommen zu werden.

Die Presse sollte sich ein bisschen mehr um die kleineren Vereine kümmern, denn diese brauchen und verdienen genauso die Anerkennung wie der FC Bayern München.

Natürlich haben die Bayern ihre Berechtigung in der Presse und im TV. Aber irgendwann ist es einfach zu viel und zu lästig. Die Fans wollen Abwechslung, sie wollen mal andere Gesichter sehen und nicht immer den selben Einheitsbrei.

Commis erlaubt…

Geschrieben von Florian Hellmuth

Veröffentlicht von Florian

Medien-Blogger, Community-Manager, Sportfan.

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