WM2010 – Robert Green wird zum tragischen Held – England nur 1:1 gegen die USA

Es ist kein Geheimnis, dass die Engländer seit Jahren ein Torwart-Problem haben. Auch heute im Spiel gegen die USA wurde dies bestätigt. Am Ende gab es nur ein 1:1 gegen die USA und eine alles andere als überzeugende Leistung.

Die Englische „Sun“ schreibt gerade Curses, also Flüche als Titelstory. Gemeint ist Robert Green, die momentane Nummer 1 im englischen Tor. Er war die tragische Figur in diesem ersten Spiel der Gruppe C bei dieser WM. Dennoch ging das Spiel für England richtig gut los. Bereits nach 4 Minuten führte man mit 1: 0, nachdem Heskey perfekt für Gerrard auflegte. In den nächsten Minuten versuchte England dann ein bisschen Druck aufzubauen, aber nach fast genau 10 Minuten stellten sie das spielen fast komplett ein. Sie zogen sich zurück und ließen die USA kommen. Diese spielten dann wirklich gut nach vorne und hatten z. B. durch Altidore eine gute Chance nach knapp 19 Minuten. In den nächsten Minuten verlief das Spiel relativ oft im Mittelfeld ab, wo dann auch James Millner die erste gelbe Karte des Spiels kassierte. Nach einer Chance für die USA gab es dann den ersten Wechsel bei den Engländern, der bereits verwarnte James Millner musste den Platz verlassen, weil er gelb/rot gefährdet war … für ihn kam dann Shaun Wright-Phillips ins Spiel. In den nächsten Minuten passierte dann überhaupt nichts mehr, viele Fehlpässe, keine Torchancen bis eben zur 40 Minute, die Minute, in der Robert Green den Schuss von Clint Dempsey nicht halten konnte. Aus gut 18 Metern zog Dempsey ab, man muss dazu sagen, dass der Ball wirklich nicht hart geschossen war und dieser Ball rollte Robert Green im Tor einfach durch die Arme. Ein ganz klarer Torwart-Fehler, der nicht passieren darf. Somit stand es 1:1 und England war gefordert und vor allem erst mal sehr überrascht, da man das Gefühl hatte, dass sie sich sehr sicher fühlten. Ganz anders war der Mann an der Seitenlinie, Englands Trainer Fabio Capello, der in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht zufrieden war und sogar ziemlich laut wurde. Die nächste Torchance gab es dann erst in Minute 52 durch Emile Heskey, aber sein Schuss konnte der gute Tim Howard im Tor der USA locker halten. Der größte Aufreger in Halbzeit zwei war dann eine super Torchance für die USA, nachdem sich Altidore über die linke Seite durchgesetzt hatte und schoss, aber Robert Green war diesmal da und lenkte den Ball an den Pfosten. Kein Tor und viel Glück für England. Ab der 70. Minute merkte man, dass die Engländer doch noch etwas versuchen wollten. Es gab eine kleine Drangphase mit einigen Torschüssen und Kopfball-Versuchen durch Rooney und Heskey. Für Heskey kam dann Peter Crouch, der am Ende aber auch nicht mehr viel eingebracht hat. Am Ende trennen sich England und die USA gerecht mit 1:1 – Bester Spieler der Engländer war für mich Emile Heskey, der viele Chancen hatte, immer anspielbar war und einfach gut mitgespielt hat. Bei den Amerikanern gefielen mir Donovan und Tim Howard am besten. Die Mannschaftsleistung der USA war aber wirklich gut, es ist schwer, da jemanden herauszuheben. Mit dem Punkt können sie gut leben, ich denke auch, dass das für die Engländer genauso gilt, auch wenn sie sich mehr vorgestellt haben. Eines ist sicher: Das Spiel der Engländer muss wesentlich besser werden, wenn sie wirklich um den WM-Titel mitspielen wollen.

Geschrieben von Florian Hellmuth

WM2010 – Argentinien schlägt in einem guten Spiel Nigeria

Am Ende war es nicht so klar, wie viele gedacht haben. Argentinien gewinnt, hatte aber auch ein bisschen Glück. Der Sieg am Ende ist aber verdient.

Das Positive zuerst: Es war das bisher beste Spiel dieser WM. Das Negative: Sky Kommentator Fritz von Thurn und Taxis. Dieser kommentiere  so Pro-Argentinien, dass das schon fast ein Fan-Kommentar war. Absolut inakzeptabel, meiner Meinung nach. Kommen wir aber zum Spiel, bevor ich ganz böse werde. Die Anfangsphase gehörte Argentinien, auch wenn Obasi von der TSG aus Hoffenheim die erste gute Chance im Spiel hatte. Kurz darauf verzauberte Lionel Messi die Massen mit einem tollen Solo, dennoch scheiterte er ganz knapp am tollen Keeper Nigerias mit dem Namen Vincent Enyeama. Im laufenden Spiel sollte dieser Name noch sehr oft fallen, denn dieser Enyeama brachte Messi & Co fast zur Verzweiflung. Das erste und einzige Tor in diesem Spiel fiel dennoch sehr früh. Nach einem Eckball köpfte Gabriel Heinze zur Führung von Argentinien. Er hatte im Strafraum genug Freiraum, um ohne Probleme zum Tor einzunicken. Alles, was danach kam war Power-Fußball von Argentinien mit vielen vielen Chancen für Messi, Samuel und Higuain. Entweder ging der Ball knapp am Tor vorbei oder der tolle Keeper Enyeama verhinderte das 2:0. Aber auch Nigeria durfte mitspielen und kam natürlich zu Chancen. In der 28. Minute z. B. durch Hoffenheims Obasi, der den Ball knapp am Tor vorbeiköpfte. Die ersten gut 30 Minuten waren die besten im ganzen Spiel. Danach hatte man das Gefühl, dass Argentinien zwei Gänge zurückschaltet, denn die Angriffe dauerten immer länger und man nahm einfach Tempo raus. Das war es dann auch mit der ersten Halbzeit. Nach dem Halbzeitpfiff gab es dann eine Szene, die ich persönlich noch nie sah … die Mannschaft Nigerias verließ nicht sofort den Platz, sondern schwörten sich im Kreis auf die zweite Halbzeit ein. In der zweiten Halbzeit ging es dann weiter mit der „Messi-Show“, aber eben nicht mit einem verdienten Treffer. Die nächste Top-Chance gab es dann wieder für Messi nach einem Konter von Tevez, aber der Ball ging ganz knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später hatte dann Higuain die nächste gute Chance, aber dieser scheiterte ebenso wie Messi am tollen Keeper Nigerias. Das war die beste Phase der Argentinier im zweiten Durchgang. Sie wirkten danach etwas müder und Nigeria kam und wollte dies ausnutzen. Taiwo für Nigeria hatte die nächste Chance zum Ausgleich aus gut 13 Metern, aber der Ball ging knapp am Tor vorbei. Es war ein wirklich gutes und in vielen Phasen sehr schnelles Spiel mit wenigen Fouls. In der 81. Minute gab es dann noch eine 100-%-Chance für Messi, nach Traumpass von de Maria, aber er scheiterte erneut an Enyeama. Zwei Minuten später gab es dann noch eine Chance durch Uche für Nigeria, aber der Ball ging über das Tor. Viel mehr passierte aber nicht. Der Sieg geht in Ordnung, Argentinien muss man vorwerfen, dass sie ihre Chancen nicht verwerten konnten. Dennoch ziehe ich den Hut vor Nigeria, die wirklich sehr gut mitgespielt haben. Es war ein spannendes, ein gutes Fußball-Spiel mit einem verdienten Sieger. Wenn Nigeria so weiterspielt, dann können sie trotz Niederlage heute, dass Achtelfinale erreichen.

Geschrieben von Florian Hellmuth

WM2010 – Otto Rehhagel verliert mit Griechenland gegen Südkorea

Griechenland hatte sich einiges vorgenommen für die WM in Südafrika. Sie wollten sich ihren Respekt zurückholen, den sie durch die verpasste WM-Qualifikation 2006 und die schlechte EM 2008 verloren hatten. Dieser Plan ging gegen Südkorea nicht auf.

Die Griechen haben sich so viel vorgenommen für diese WM. Nach dem ersten Spiel in der Gruppe weiß die Mannschaft von Otto Rehhagel, dass die WM für sie fast schon vorbei ist. Es hat nicht lange gedauert, als man sah, dass dieses Spiel für Griechenland kein erfolgreiches werden sollte. Bereits in den ersten Minuten konnte Südkorea zeigen, dass sie die bessere Mannschaft sind. Man hatte das Gefühl, dass sie einen größeren Willen hatten, denn sie rannten immer wieder nach vorne und versuchten Druck auf die Griechen auszuwirken. Nach 7 Minuten gelang Südkorea durch eine Standard-Situation das 1:0 durch Lee. Auch danach konnte Griechenland keinen Druck aufbauen. Sie wirkten einfach langsam, wenig beweglich und einfach schwach. Die Südkoreaner hingegen wirkten hellwach, schnell und kampfstark. In der zweiten Halbzeit änderte sich zunächst nichts. Südkorea spielte weiterhin nach vorne und traf dann in der 52. Spielminute durch Park von Manchester United zum 2:0. So ab der 65. Minute hatte man das Gefühl, dass Griechenland noch mal kommen wollte, sie spielten sich ein paar Chancen raus, aber im Abschluss waren sie einfach zu ungefährlich. Viel mehr gab es dann auch nicht. Griechenland hatte Glück, dass sie nur mit 2:0 verloren haben. Nach den vielen Chancen für Südkorea hätten sie eigentlich mit 0:4/0:5 gewinnen müssen. Es war einfach ein enttäuschender Auftritt der Griechen. Südkorea hat uns ein gutes Spiel geboten und daher völlig zurecht gewonnen. Wenn sie so weiterspielen, dann haben sie gute Chancen auf einen Einzug ins Achtelfinale. Für Griechenland wird es nun ganz schwer, denn mit Nigeria und Argentinien warten noch zwei starke Gegner auf Griechenland und Otto Rehhagel.

Geschrieben von Florian Hellmuth