
Einige lieben ihn, andere hassen ihn. Kein Sportkommentator in Deutschland polarisiert mehr als Marcel Reif.
Hier erst mal ein paar Daten zu Marcel Reif
Nach der Geburt von Marcel emigrierte seine Familie 1956 zusammen mit ihm nach Tel Aviv. Seine Mutter war polnische, deutschstämmige Katholikin, sein Vater polnischer Jude. Deutsch erlernte er erst mit acht Jahren, als seine Familie nach Kaiserslautern zog. Als Jugendlicher spielte er beim 1. FC Kaiserslautern Fußball (Verteidiger). Er studierte Publizistik, Politikwissenschaft und Amerikanistik. 1972 wurde Reif freier Mitarbeiter beim ZDF in Mainz im Ressort Politik für die Sendungen heute und heute-journal. In den Jahren 1981 bis 1983 arbeitete er als Korrespondent im ZDF-Büro in London und wechselte 1984 zum Sport über. In seinen Anfangstätigkeiten in der ZDF-Sportredaktion als Reporter und Kommentator berichtete er über Fußball und Eishockey. 1991 war Reif Redaktionsleiter für den Sport-Spiegel, und anschließend wechselte er 1994 zu RTL und wurde dort Chefkommentator für Fußballereignisse. 1996 bis 1997 war er zudem noch Bereichsleiter für den Bereich Sport bei RTL, 1997 bis 1998 Chefkommentator im Fußball bei RTL.
Legendär ist seine Reportage mit Günther Jauch vom Champions-League-Spiel Real Madrid – Borussia Dortmund am 1. April 1998 in Madrid. Der Spielbeginn verzögerte sich um 76 Minuten, da ein Tor in sich zusammengesackt war und ersetzt werden musste. Die Wartezeit überbrückten die beiden mit Anekdoten und bildhaften Beschreibungen. Zitat: „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute.“ Sie wurden 1998 für diese Reportage mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.[1]
Seit 1999 ist er Chefkommentator für den Fußball bei Premiere.
Von 1995 bis 2002 war er Lehrbeauftragter an den Instituten für Publizistik der Deutschen Sporthochschule Köln und Technischen Universität München. Reif bekam 2003 den Adolf-Grimme-Preis und 2002 den Deutschen Fernsehpreis für seine Berichterstattung von der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 für den Fernsehsender Premiere.
Im Februar 2005 ermittelte die Staatsanwaltschaft in Wuppertal gegen Reif wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung [2]. Hintergrund soll ein geheimer Geldtransfer gewesen sein. Reif stand unter dem Verdacht, 776.151,29 DM (umgerechnet knapp 397.000 Euro) Schwarzgeld für einen früheren Freund von Zürich nach München geschmuggelt zu haben. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt.
Er lebt in Zürich und war von 1999 bis 2006 in zweiter Ehe verheiratet. Marcel Reif hat drei Söhne. Aktuell ist er mit der Münchener Medizinprofessorin Marion Kiechle verlobt.
Quelle Wikipedia
In der letzten Zeit gibt es gerade in den großen Foren wieder viele negative Rezensionen. Einige beschimpfen ihn als Bayern Fan, andere sagen, dass er arrogant ist.
Hier mal ein paar Beispiele aus den Foren
- Reif ist mittlerweile die Arroganz und „Fußballkompetenz“ in Person. Das Aushängeschild der überheblichen Premiere-Krawattenträger.
- Seine Kommentare sind allerdings amüsant und sprühen vor Wortwitz. Und da ich beim Fußball unterhalten werden will, gefällt er mir. Hebt sich von den sog. Premiere-Experten mit ihren Allgemeinplätzen angenehm ab. Und jetzt Feuer frei.
- Gestern bei Hoffenheim bei Bayer waren knapp 4000 Bayer04 Fans in Hoffenheim und er redet von ein paar Hundert. Unfassbar…..Irgendwie kann ich mir den guten Mann nicht mehr anhören.
- Der Herr Reif beschäftigt sich nur mit Bayern… Oder dem Verein der zufällig auch einmal oben steht. Der ganze Rest ist seiner nicht würdig.
Ein paar Dinge kann ich verstehen, andere aber nicht. Das Leute die in der Öffentlichkeit stehen deutlich mehr kritisiert werden als andere, die z.B. hinter den Kulissen stehen ist klar, aber irgendwann ist eine Grenze erreicht, die man nicht überschreiten sollte. Persönlich werden sollte man auch nicht, da man den Menschen nicht kennt.
Es ist unbestritten, dass sich Marcel Reif einige Dinge geleistet hat, über die man streiten kann, aber er ist nicht umsonst so lange im Geschäft.
Das letzte „Ding“ leistete er sich er sich beim Spitzenspiel zwischen Werder Bremen und Schalke 04, als er im Livespiel einen Kollegen anschrie: „ Schleich dich, wir arbeiten…, später ist dann noch das Wort „Arsch“ gefallen. Natürlich ist das nicht ok, die Strafe hat er aber bekommen, da alle Zuschauer diese Auseinandersetzung Live hören konnten. Wieso? Weil Reif vergessen hatte seine „Räuspertaste“ zu drücken. Außerdem gab es einen Artikel bei der Bild, sowie das passende Video bei YouTube.
Ein eigenes Kapitel ist, dass Reif immer als Bayernfan dahingestellt wird, obwohl er eigentlich Anhänger des 1. FC Kaiserslautern ist. Aber wie kommt das? Ganz einfach, Marcel Reif kommentiert meist die Spiele der Bayern. Ihm wird vorgeworfen, dass er die Bayern immer bejubelt, wenn sie gewinnen, sie aber zusammenscheißt, wenn sie verlieren.
Persönlich finde ich es ok, da er einfach schonungslos die Wahrheit sagt. Man kann ihn ein bisschen mit dem Filmkritiker Hans-Ulrich Pönack vergleichen, dieser sagt auch schonungslos was er denkt. Das ist einfach ehrlich. Wenn ein Spiel schlecht ist, oder der Spieler, dann kann man das auch sagen, wieso soll man etwas schön reden, wenn es einfach nicht so ist?
Das Marcel Reif oft arrogant ist, dass gebe ich zu. Manchmal macht er wirklich einen auf Oberlehrer und lässt sich nicht besser belehren. Nächstes Beispiel: Wer ist auch arrogant, lässt sich nichts sagen und hat Erfolg? Genau, DSDS Juror Dieter Bohlen. Auch hier kann man ein Beispiel von Bohlen nehmen. Was brauch man im Musikbusiness? Typen, Leute die einfach anders sind. Menschen die aus 1.000 Leuten herausstechen. Das macht z.B. Dieter Bohlen und Marcel Reif aus, sie sind einfach Typen. Auch das macht sie so erfolgreich.
Persönlich finde ich es wirklich klasse und sehr amüsant. Ein Marcel Reif, den wirklich jeder im Business kennt, kann sich mehr herausnehmen als andere, unerfahrene Kollegen. Er macht Späße die sich andere Kollegen nicht trauen. Das macht ihn speziell und davor haben seine Kollegen großen Respekt.
Ein Problem ist auch, dass er bei Premiere fast nur Topspiele oder eben Spiele der Bayern kommentiert. Gerade bei diesen Spielen schauen viele Leute zu, der Druck, gerade in der Öffentlichkeit ist höher, als bei einem Spiel zwischen Cottbus und Gladbach ohne diese Vereine verletzen zu wollen. Es ist nicht leicht, immer im Rampenlicht zu stehen und wirklich von Spiel zu Spiel kritisiert zu werden.
Ich mag zwar auch nicht alle Kommentatoren, aber eigentlich sind diese auch nur da, um ein Spiel zu begleiten, nicht mehr und nicht weniger. Die Qualität des Spiels hat keinen Einfluss auf den Kommentator, zumal man das Spiel nicht nach dem Kommentator aussucht. Natürlich ist es schön, wenn ein Kommentator kommentiert, den man gut leiden kann und gerne hört, aber das Spiel steht im Vordergrund. Viele sollten sich auch mal Gedanken machen, was sie tun würden, wenn man Ihre Arbeit, in Ihrem Job Woche für Woche begutachten würde. Jeder hat mal einen guten und mal einen schlechten Tag. Auch Kommentatoren sind Menschen, genauso wie wir alle. Kritik ist schön und gut, wenn es im Rahmen bleibt.
Geschrieben von Florian Hellmuth
Bildquelle: Info.Premiere.de
PS: Eure Meinung würde mich in den commis sehr interessieren…
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