Marcel Reif – Er polarisiert noch immer… – Das Spiel in London war ein weiterer Höhepunkt!

Am vergangenen Dienstag kommentierte Marcel Reif das Champions League Spiel zwischen Arsenal und Barcelona live auf Sky. Nun ist ein Artikel aufgetaucht, der den Kommentar von Reif nicht gerade positiv bewertet…

Es ist einer von diesen Artikeln, die auch ich sehr gerne schreibe und veröffentliche. Man weiß nie, was so passiert, wer kommentiert, ob man Zustimmung bekommt oder ob man einen auf den Sack bekommt. Artikel über Marcel Reif sind gefährlich, unberechenbar und das macht auch den Reiz aus. Beim Champions League Spiel zwischen Arsenal und Barcelona ging es mir ähnlich. Bei Facebook postete ich nach dem Spiel diesen Eintrag:

Mir war der Kommentar von Reif deutlich „to much“ – Man hat bereits in der Anfangsphase gemerkt, dass er dem FC Barcelona eher sympathisiert ist. Jeder weiß, dass Marcel Reif ein Fan von gutem Fußball ist. Diesen wollte er wohl nur vom FC Barcelona sehen, so zumindest hat er das Spiel kommentiert. Keine Frage, Barcelona hat tollen Fußball gespielt, aber auch Fehler gemacht und Chancen vergeben. Aber das Spiel wurde nur so gut, weil Arsenal eben auch mitgespielt hat.

Die große Fußball-Seite „Goal.com“ hat nun einen entsprechenden Artikel über den Kommentar von Marcel Reif zu diesem Spiel veröffentlicht:

http://www.goal.com/de/news/1024/meinung/2011/02/18/2357624/kommentar-danke-arsenal-marcel-reifs-barca-glorifizierung

Ein Auszug:

Keine 120 Sekunden waren gespielt, da jubilierte Reif bereits, wie gut der Ball durch die Reihen des spanischen Meisters liefe. Hallo? Es waren nicht einmal zwei Minuten absolviert und die Anfangsphase gehörte im „Emirates“ den Gastgebern, inklusive einer dicken Chance durch Robin van Persie (6.). Reif war das egal. Ein kurzes Potpourri seiner Aussagen aus der ersten halben Stunde:  „Jetzt beginnen sie, Arsenal zu filetieren“, „Ein Messi macht es nicht einfach, ein Messi lupft diesen Ball eben noch an“ oder „Das ist ganz, ganz große Kunst“. Dass auch Arsenal seinen Beitrag an einer Partie auf sehr hohem Niveau hatte, vergaß Reif gelegentlich.

Quelle: Goal.com

Reif ist verliebt in den Fußball vom FC Barcelona, dass kann man seit Jahren bewundern. Dennoch ging es mir persönlich ziemlich gegen den Strich. Barca hier, Barca da… Messi hier, Messi da… das geht dem Zuschauer irgendwann auf den Sack und man schaltet entweder auf Stadionton um oder wechselt den Sender. Ein Kommentator ist dazu da, ein Spiel unpaarteiisch zu kommentieren und eine andere Mannschaft nicht im dunkeln stehen zu lassen. Wenn eine Mannschaft schlecht spielt, dann darf man das gerne sagen, aber eine Mannschaft hochzujubeln, nur weil man dessen Fußball mag, ist etwas zu viel des Guten.

Ein weiterer Auszug:

Überhaupt hatte man einmal mehr das Gefühl, als ginge der 62-jährige wieder nach seinem Schema F vor: Kurz die ersten 20 Minuten abwarten, die bessere Mannschaft in den Himmel loben und die Schwächere wird schlecht geredet. Ein Phänomen, das man in schöner Regelmäßigkeit bei Reif auch in der Bundesliga erlebt. Sonderlich viel besser wurde es auch im weiteren Spielverlauf nicht. Ralf ratterte nahezu jede erdenkliche Statistik herunter, um die Überlegenheit der Katalanen zu untermauern. Dass Barca unter Pep Guardiola aber noch nie eine Auswärtspartie in der K.O.-Phase der Königsklasse gewonnen hat, wäre spätestens nach dem 1:1 durch van Persie sicher auch interessant zu wissen gewesen.

Quelle: Goal.com

Es gibt Spiele, da ist Reif einfach nur brilliant. Er kommentiert zwischen Genie und Wahnsinn. An einem Tag ist er der beste Kommentator Deutschlands, an einem anderen einfach nur unterirdisch und peinlich. Auch wenn das Beobachter vielleicht anders sehen. Ich halte Marcel Reif ohne Frage für einen der besten, wenn er ein gutes Spiel hat, mit Wortwitz agiert, Szenen analysiert und einfach mal die Meinung sagt, dann weiß das oft zu gefallen. Reif ist einer der wenigen Kommentatoren, die aus dem Schema „Ich trau mich nicht, dass zu sagen“ fällt. Er sagt, was er denkt, manchmal passend, manchmal unpassend. Es kommt aber leider manchmal vor, dass er Spiele bekommt, wie das am Dienstag, wo er eine Mannschaft kommentiert, dessen Fußball er liebt, respektiert und einfach gerne hat. Dann wird Reif zum Schmusebärchen und kommentiert alles in den „Skyblauen“ Himmel.

Auch heute kann man nur eines feststellen:

Marcel Reif polarisiert wie eh und je… und das ist auch gut so!

Geschrieben von Florian Hellmuth

Formel 1 – Die Frage die sich jeder Fan stellt: Kann in Bahrain gefahren werden Ja oder Nein?

In 20 Tagen sollte eigentlich der Große Preis von Bahrain und damit der Saisonauftakt der Formel 1 Saison 2011 über die Bühne gehen. Sollte deshalb, weil es im Moment alles andere als Sicher ist, ob das Rennen auf dem Bahrain International Circuit unweit der Hauptstadt Manama überhaupt stattfinden kann.

Die Verantwortlichen um Formel 1 Boss Bernie Ecclestone machen sich große Sorgen, was die Sicherheit in dem Wüstenstaat angeht. Den Nachrichten konntet ihr sicherlich bereits entnehmen, dass die Lage in Bahrain momentan ziemlich verzwickt ist. Viele Menschen gehen auf die Straße, um gegen das dortige Regime zu demonstrieren. Hierbei kam es in der Nacht zum heutigen Donnerstag zu blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei, bei der mindestens 4 Menschen getötet und etliche verletzt wurden.

Angesichts einer solch prekären Situation, sollte man sich wirklich gut überlegen, ob man in einem Land, indem die Lage jederzeit zu eskalieren droht, ein Formel 1 Rennen austragen sollte. Zumal die Demonstranten speziell das Formel 1 Wochenende, bei dem quasi die ganze Welt nach Manama schaut, dazu nutzen könnten, ihrem Unmut Luft zu machen und da die Regierung Bahrains nicht gerade zimperlich damit umzugehen scheint, könnte das böse ausgehen. Nächste Woche soll eine endgültige Entscheidung getroffen werden, ob denn nun gefahren werden kann oder nicht. Die ersten Teile müssten sich nämlich langsam auch schon auf den Weg in Richtung Bahrain machen, wo knapp 10 Tage vor dem eigentlichen Saisonstart nochmals getestet wird. Die fürs kommende Wochenende in Bahrain angedachten GP2 Asia Rennen mussten bereits abgesagt werden und die geplanten Formel 1 Testfahrten vom 3. – 6. März (ebenfalls in Bahrain) könnte man zumindest kurzfristig auch im Nahe gelegenen Abu Dhabi austragen.

Eines ist zweifelsohne Sicher, es wird eine schwierige Entscheidung sein, die hier getroffen werden muss. Und auch wenn eine Rennabsage für uns Fans noch so bitter wäre, da man sich schon seit dem letzten Saisonrennen 2010 in Abu Dhabi wie ein Kind, das Weihnachten herbeisehnt auf den 11. März freut, so muss man dennoch appellieren, dass die Sicherheit oberste Priorität haben muss. Wenn selbige nicht sichergestellt ist, muss das Rennwochenende schweren Herzens abgesagt werden. Auch wenn ich nicht so recht daran denken mag, dass dann aus den noch verbleibenden drei Wochen fünf werden würden. Das nächstmögliche Auftaktrennen wäre dann der Große Preis von Australien im Albert Park von Melbourne, wo seit 1996 mit Ausnahme von 2006 und 2010 immer der Saisonstart stattfand.

Geschrieben von Markus Krecker

Brian Sullivan im Interview mit dem Medienmagazin „DWDL.de“ – Eine Nachbetrachtung

So ausführlich wie noch nie, sprach Sky CEO Brian Sullivan über die aktuelle Lage beim Pay TV-Sender. Planet of Sports hat mitgelesen und arbeitet das Interview auf.

Nach dem geglückten Relaunch mit neuem Design, hatte DWDL.de am Mittwoch das erste Highlight parat. Ein Interview mit Sky-CEO Brian Sullivan. Mit DWDL-Chef Thomas Lückerath sprach er über sein Programm, seine Wünsche und über das Pay-TV in Deutschland. Das Fazit nach diesem Interview war positiv, wie immer… denn Brian Sullivan ist jemand, der Kritik aufnimmt, offen darüber redet und einfach sympathisch rüberkommt.

Das komplette Interview kann man hier nachlesen:

http://www.dwdl.de/interviews/30198/brian_sullivan_das_ist_die_letzte_chance_fr_paytv/

Nachbetrachtung

Auf die Frage, welche Strategie die Beste ist, um Erfolg zu haben, antwortete Sullivan:

Kontinuierliche Verbesserungen von Content, Technologie und Kundenservice sind  der Schlüssel zum Vertrauen der Kunden, die sich darauf verlassen können zu wissen, was sie bekommen.

Quelle: DWDL.de

Es ist ein Punkt, der vielleicht wichtiger ist, als alle anderen. Man muss vor allem eines erreichen: Das Vertrauen des Kunden. Ohne Vertrauen, schließt niemand ein Abo ab. Man muss sich dabei wohlfühlen, man hat Erwartungen und eben diese wollen befriedigt werden. Für Sullivan ist es sehr wichtig, dass jeder Kunde für sein Geld etwas Besonderes bekommt. Wenn er sagt, dass man nie zufrieden sein soll, mit dem, was man erreicht, sondern sich immer verbessern kann, dann spricht das für den CEO. Indirekt übt Sullivan Kritik an den vorherigen Chefs, wenn er sagt, dass es im Pay-TV Geschäft um Beständigkeit und Nachhaltigkeit geht und eben nicht um den schnellen Erfolg, wie man es in der Vergangenheit getan hat.

Eine sehr interessante Aussage ist zudem diese:

Ich denke im vergangenen Jahr ging es in erster Linie darum, die Aufmerksamkeit hin zum Produkt zu lenken. Wenn über Pay TV in Deutschland gesprochen wurde, ging es in der Vergangenheit viel zu wenig darum.

Quelle: DWDL.de

Das ist ehrlich und ich kann ihm nur zustimmen. Es ging in den letzten Jahren immer um die schlechte PR, die schlechten Abonnentenzahlen, um einzelne Angestellte, aber selten um das, womit man sein Geld verdient, dem Programm. Meiner Meinung nach hat sich das verbessert, was auch an den neuen Eigenproduktionen im Sport-Bereich liegen dürfte.

Geplant ist, dass man nicht unzählige neue Sender startet, sondern die aktuellen Sender mit neuem Content verbessert:

Wir haben die gleichen vier Schwerpunkte wie im vergangenen Jahr, werden aber in 2011 deutlich mehr Gas geben. Wir möchten unser Angebot weiterhin qualitativ verbessern: Das bedeutet nicht eine Unmenge neuer Kanäle, sondern eher die Optimierung der bestehenden. Der Kunde muss rund um die Uhr und auf jedem Sender für sein hart verdientes Geld ein gutes Angebot erhalten.

Quelle: DWDL.de

Was vermutlich heißt, dass man im Sportsektor, sowie im Bereich Film noch einiges an Potenzial sieht. Gerade im Serien-Bereich sehe ich die Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen. Der Bereich „Serie“, der gerade in den USA extrem wichtig für die Sender ist, wird in Deutschland noch nicht optimal genutzt. Serien wie „Mad Men“ bei FOX, „Dexter“ auf Sky Cinema Hits, „30 Rock“ und „Broadwalk Empire“ bei TNT Serie sind bisher schon absolute Highlights im Programm, aber ich sehe dennoch Potenzial für die Zukunft. Die Serien bei Sky wie „Supernatural“, „Lost“, „24“ und „Nip Tuck“ haben gezeigt, dass man auch im Pay-TV absolute Top-Serien etablieren kann.

Eine kluge, eine ehrliche Antwort gab Sullivan auch auf das Thema Kundenservice:

Um ehrlich zu sein, habe ich, als ich hier angefangen habe, einen ausbaufähigen Kundenservice vorgefunden. Wir haben diesen im vergangenen Jahr bereits stark verbessert und liegen mittlerweile leicht über dem Durchschnitt. Aber das kann nicht unser Ziel sein. Wir wollen den besten Kundenservice in diesem Land anbieten. Die Marke Sky ist ein Versprechen, das wir auch halten müssen. Die Kunden kommen zu uns, weil sie etwas Besseres wollen. Dieses Gefühl müssen wir ihnen stets vermitteln: Das gilt sowohl für das Programm als auch für den Service. Entscheidend ist die Pflege der Kundenbeziehungen. Im deutschen Pay TV-Geschäft wurde zu lange der falsche Fokus gesetzt. Kunden zu gewinnen, ist mit kurzfristigen Aktionen nicht schwer. Kunden nachhaltig zu überzeugen, ist die wahre Kunst. Ich möchte begeisterte Kunden, die Sky weiterempfehlen.

Quelle: DWDL.de

In den vergangen Jahren gab es viel Kritik am Kundenservice. Auch ich persönlich sehe dort Verbesserungen. Es ehrt ihn, wenn er sagt, dass er den besten Kundenservice im Land anbieten will, aber dafür benötigt es noch einiges an Zeit. Positiv auch, dass er erklärt, dass der Kundenservice in der Vergangenheit eben nicht so toll war, wie man vielleicht in der Vergangenheit argumentiert hat. Er ist gewillt etwas zu ändern, spricht es offen aus und ist froh, dass auch die Kunden auf das Unternehmen zukommen. Man kann diese Aussagen komplett unterstreichen, denn es sind auch Dinge dabei, die ich seit einiger Zeit fordere. Es geht darum nicht nur Kunden zu unterhalten, sondern zu begeistern, denn die beste Werbung sind Kunden, die zufrieden sind, denn diese empfehlen das Produkt weiter.

Wie viele Kunden braucht Sky, um profitabel zu sein? Die Gerüchte von 2,8 bis 3,0 Millionen Abonnenten kann auch Sullivan bestätigen:

Wir haben bisher gesagt, dass wir zwischen 2,8 und 3 Millionen Kunden brauchen, um profitabel zu sein. Das ist auch immer noch grundsätzlich richtig. Es kann aber auch sein, dass wir ein bisschen weniger oder ein bisschen mehr Abonnenten brauchen, um profitabel zu sein. Wir sprachen eben schon darüber: Umsatz pro Kunde und Abonnentenwachstum sind zwei Faktoren, mit denen man das Ziel erreichen kann. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Mischung aus Neukunden- und Bestandskundengeschäft.

Quelle: DWDL.de

Durch die aktuellen Angebote, wie zum Beispiel dem Supersportpaket, konnte man sicherlich einige Neukunden gewinnen. Wo Abonnenten in der Vergangenheit nur 1 bis 2 Pakete abonnierten und dabei 20-25 Euro im Monat zahlten, ist mittlerweile vorbei. Durch die Angebote, dass die Kunden Sky Welt + 2 Premium Pakete + HD für 30€ bekommen oder für 35€ gar komplett, ist es nicht verwunderlich, dass dort viele zugeschlagen haben. Die Kunden haben dadurch mehr Programm, zahlen aber auch etwas mehr. Dadurch steigt der ARPU (durchschnittlicher Erlös pro Kunde) und man nimmt mehr ein.

Welche Chancen hat man in der Vergangenheit verpasst?

Warum wurde High Definition nicht früher und offensiver in den Markt eingeführt? Warum gab es so lange keine attraktiven PVRs? Man hätte hier investieren und Premiere deutlicher die Führungsrolle übernehmen müssen. Aber das wäre mit hohen Investitionen verbunden gewesen, die nicht kurzfristig refinanzierbar gewesen wären. Mittel- und langfristig hätte man davon aber profitiert. Glücklicherweise haben wir, unter anderem mit der News Corporation, Investoren, die den Strategiewechsel, hin zu mittel- und langfristigem Erfolg mitgehen

Quelle: DWDL.de

Da sind wir beim Problem, dass wir bereits vorhin angeschnitten haben. In der Vergangenheit war es wichtig, schnellen Erfolg zu haben. Es ging explizit um Zahlen, selten um den Kunden und um die Zukunft sowieso nicht. Sullivan sieht dieses Problem und ich stimme ihm zu. Ich kann mit ein Leben in der digitalen Welt ohne einen PVR (Festplattenreceive) nicht mehr vorstellen. Auch wenn es für die Werbewirtschaft nicht gut ist (Außer für HDPlus), kann man sich als TV-Zuschauer nichts beressen vorstellen, als seine Lieblingssendungen dann zu schauen, wann man möchte. Die Werbung kann man vorspulen und verpasst nichts. Keine Abende mehr, an denen man schnell nach Hause muss, um eine Sendung zu schauen. Der PVR macht alles von selbst, sogar in HD. Das macht den Kunden flexibel und ist vielleicht der beste Service, den man anbieten kann.

Begeistert ist Sullivan von der HD-Qualität:

Es ist die Aufgabe von Pay TV bessere Fernsehunterhaltung zu bieten und HD ist das bestmögliche Fernseherlebnis, das man bekommen kann. Das wird jeder bestätigen, der sich schon mal ein SD-Signal auf seinem neuen Full HD-fähigen Fernseher angeschaut hat.

Quelle: DWDL.de

HD ist ein Traum, keine Frage. Mittlerweile gibt es auch genügend Content, anders als z. B. für 3D. Vom HD-Angebot her, kann man bei Sky wirklich nicht meckern. In dieser Woche startete Monday Night RAW in HD live auf Sky. Das Sportprogramm wird größtenteils in HD ausgestrahlt und die Filme auf mehreren Sendern ebenfalls. Auch im Doku-Bereich gibt es tolle HD-Ausstrahlungen. Aber in diesen Bereichen ist es wichtig, neuen Content auszustrahlen. Wer längere Zeit Sky-Abonnennt ist, der sieht gerade im Dokumentations-Bereich viele Wiederholungen. Der Weg ist der richtige, dennoch muss sich noch einiges tun. Mit dem Start von Sky Select HD, ist man dabei auf der richtigen Spur.

Enttäuscht zeigte sich Sullivan, dass der Deal um die Serie A geplatzt ist. Dennoch wird man sich laut Sullivan auch in Zukunft darum bemühen, exklusiven Content anzubieten.

Wir haben es in der Vergangenheit versucht und wir versuchen es auch in der Zukunft wieder. Wir wurden nach der Einigung mit Sportdigital vom italienischen Rechtegeber mit Bedingungen konfrontiert, die wir im Sinne unserer Kunden nicht akzeptieren konnten. Das war für uns überraschend und enttäuschend zugleich. Aber wir haben trotzdem das beste Sport-Angebot in Europa und auch bei Spielfilmen sind wir bestens versorgt. Dazu kommen neue Akzente mit eigenproduzierten Formaten, wie „Mein Stadion – die Sky Bundesliga-Vorschau“ und „Samstag LIVE!“.

Quelle: DWDL.de

Auf die eigenproduzierten Formate wie „Mein Stadion“, „Samstag Live“ und vor allem „Sky90“ kann man zurecht stolz sein. Es wäre aber der falsche Weg, wenn man in Zukunft „nur“ auf eigenproduzierte Sendungen setzen würde und dabei den Live-Fußball z. B. unter den Tisch fallen ließe. Es muss eine Mischung aus Live-Übertragungen und Information geben. Im Bereich „Sport“ kann man nie genug Content zeigen, wichtig im Pay-TV ist außerdem, dass man für jeden etwas im Programm hat. Das Pay-TV ist auch dazu da, dass man vom Mainstream abweicht und Content ausstrahlt, den es eben nicht im Free-TV gibt. Im Bereich „Film“ sehe ich Bedarf an weiteren Neuausstrahlungen in der Woche – Die Angebote in Videotheken, gerade im HD-Bereich sind attraktiv. Um den entgegenzusetzen, benötigt es meiner Meinung nach exklusiven und frühzeitigen Content.

Auch zum Thema „TV-Werbung“ äußert sich Sullivan – Ob der Kunde das so gut finden wird? Werbung – Pay TV?

Wenn wir uns die Umsätze aus der Werbevermarktung anschauen, dann spielt sie derzeit nur eine kleinere Rolle. Aber ich glaube, dass es hier noch Potenzial gibt. Für große Emotionen eignet sich die TV-Werbung am besten und Sky bietet dafür ein hochwertiges Umfeld mit exklusiven Sportrechten und Hollywood-Erstausstrahlungen.

Quelle: DWDL

… aber ob die Kunden bei einer TV-Werbung Emotionen zeigen wollen? Das wage ich zu bezweifeln. Auch wenn Sky dadurch Geld verdient, werden durch die wachsende Werbung viele Kunden vergrault. Wenn es Vor- oder Nach einer Übertragung oder eines Filmes Werbung gibt, dann stört es die wenigsten – Aber eben nicht, während einer Übertragung. Möchte ein Sky-Abonnent vor einem Bundesliga-Spiel einen Werbespot mit einem grinsendem „Kleber-Kloo“ sehen? Ich denke nicht. Das sind Dinge, die den Zuschauer stören, denn im Pay-TV zahlt man eigentlich für die Werbefreiheit. Es gibt zwar im Großen und Ganzen weniger Werbung, aber für meinen Geschmack dennoch deutlich zu viel.

Auch zur Rechtevergabe der Bundesliga hat Sullivan eine klare Meinung:

Ich würde mich freuen, wenn Herr Rummenigge mehr Geld bekommen würde, weil das letztlich bedeuten würde, dass wir mehr Geld verdient hätten. Die Bundesliga ist wichtig für Sky und ein erfolgreiches Sky ist wichtig für die Bundesliga. Von unserem Erfolg hängt ab, wie viel wir für die Bundesliga bieten können. Grundsätzlich: Wir können unsere Profitabilität nicht aufs Spiel setzen. Denn wenn wir es jetzt nicht schaffen, war es das wahrscheinlich für Pay TV in Deutschland. Glücklicherweise sehen wir erste Erfolge.

Quelle: DWDL.de

Das ist ein Wort! Wenn Sullivan das auch umsetzt, wie er sagt, dann ist das eine positive Reaktion. Natürlich möchte Sky die Bundesliga auch nach 2013 übertragen, aber nicht zu jedem Preis. Die Liga weiß, was sie an Sky hat. Nach dem Arena-Deal war es Sky, die die Rechte sublizenzierten und dafür sorgten, dass die Bundesliga weiter im Pay-TV läuft. Auch wenn Herr Rummenigge mehr Geld fordert, heißt es nicht, dass es auch so kommen muss. Wie zu lesen ist, wird man die Anstoßzeiten so beibehalten. Wenn die Sportschau nicht verschwindet, dann wird Sky auch nicht mehr Geld zahlen als momentan. Würde man die Bundesliga exklusiver anbieten könnte, z. B. mit einer Ausstrahlung im Free-TV ab 22:00 Uhr, dann könnte man sicherlich am Preis etwas tun. So, wie es momentan läuft, sind die Gedankengänge von Rummenigge vollkommen überzogen und nicht nachvollziehbar. Wenn er mehr Geld will, dann soll er es spenden oder sich mit dem Thema genauer befassen.

Auf die Frage, ob es nun erst mal vorbei ist, mit den Eigenproduktionen, hat Sullivan eine deutliche Antwort parat:

Nein. Wir arbeiten selbst und mit Produktionsfirmen an Ideen. Wir haben mit dem bereits erwähnten „Mein Stadion“ zum ersten Mal seit langer Zeit eine Show außerhalb unserer Studios gestartet. Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden und werden damit auf Tour gehen und aus verschiedenen Städten senden. Zurück zu Ihrer Frage: Wir werden mehr selbst produzieren, aber jeden Schritt sorgfältig abwägen

Quelle: DWDL.de

Das ist mal etwas Neues – Man möchte mit „Mein Stadion“ auf Tour gehen. Ich finde das sehr positiv, denn so verlässt man München einmal komplett und kann mit dieser Show ebenfalls in anderen Städten für reichlich Abwechslung sorgen. Anbieten würden sich hierbei die verschiedenen 3D-Kneipen, die von Sky für die Ausstrahlung lizensiert wurden. Ich finde die Idee gut und bin gespannt auf die Umsetzung.

Im Internet gibt es schon lange Diskussionen, ob es für Sky nicht gut wäre, ein Vorzeigeprogramm, wie es in England mit „Sky One“ gibt zu etablieren. Auch dazu nimmt Sullivan im Interview Stellung.

Sie haben Recht, wir haben abgesehen von Sky Krimi keinen eigenen Sender im Sky Welt-Paket. Sky Krimi ist jedoch einer der meistgenutzten Sender. Ein Sky-Vollprogramm mit Serien wie „24“ wäre toll. Es steht auf der Prioritätenliste jedoch nicht oben. Denn wenn wir das anpacken, dann muss es unser Ziel sein, den besten Fernsehsender Deutschlands anzubieten. Und um dies zu leisten, braucht es erst einmal ein stärkeres und gesünderes Sky.

Quelle: DWDL.de

Sky Krimi ist einer der meistgenutzten Sender von Sky Deutschland? Das überrascht mich, weil es ein Spartensender mit oft älteren Serien ist. Ob es klug wäre, einen Sender mit dem Vorbild „Sky One“ zu starten, möchte ich nicht beurteilen. Damals gab es mit „Premiere Start“ einen Sender, der dem ähnlich ist. Es lief eine bunte Mischung aus dem Premiere-Programm und machte so Anreiz auf die Premium-Pakete. Wenn das Programm stimmt, die Qualität und der Service gut ist, dann werden viele sicherlich auch die Premium-Pakete wählen, ohne durch eine Art „Sky One“ dazu verführt zu werden.

Kurzes Fazit

Das Interview war gut, konnte einige neue Dinge ans Licht bringen und man versteht vor allem die Sichtweise von CEO Brian Sullivan viel besser. Interviews mit ihm sind immer unterhaltsam, aber eben auch aufschlussreich und informativ. Er sagt, was er denkt und das kommt sicherlich auch bei den Abonnenten sehr gut an. Man glaubt eher jemandem, der auch Fehler eingesteht als jemandem, der alles schön redet und einen auf super seriös macht. Die Person „Brian Sullivan“ kommt gut an, bewirkt etwas und man hat das Gefühl, dass Sky nun endlich einen Chef gefunden hat, der auf der einen Seite ein Profi ist, der weiß, was er tut, aber auf der anderen Seite eben eine Eigenschaft hat, die die früheren CEO`s eben nicht hatten… das menschliche. Man traut und vertraut ihm, dass er der Chef ist, der für Sky am Ende den Erfolg zurück nach Unterföhring bringen kann. Die Dinge, die er verändert hat, kamen gut an und machen Hoffnung auf eine himmlische Zukunft bei Sky.

Geschrieben von Florian Hellmuth