Nach Hoeneß-Auftritt bei Sky90 – Die Medien machen eine große Story draus…

Es war der Auftritt von Uli Hoeneß, über den nun ganz Deutschland spricht – Aus klaren Worten vom Bayern-Präsidenten, machen die Zeitungen und Magazine nun Fässer auf, die eigentlich geschlossen sind. Wie macht man aus einer Mücke einen Elefanten? Ganz einfach… fragt die Medien.

Sonntag 19:30 Uhr – Sky90 – Im Vorfeld wurde der Auftritt von Uli Hoeneß heiß erwartet, da man weiß, dass er ehrlich sagt, was er denkt. Eine Talkrunde mit Hoeneß ist immer spektakulär, weil man oft auch interne Dinge erfährt, die man sonst nirgendwo hört. Wie stellt man sich nun die Medien vor? Sitzen die Redakteure der Zeitungen nun vor dem Fernseher und warten auf Aussagen von Hoeneß, die sie verwenden können, aus denen sie eine Story machen können? Na klar… und wenn es etwas härter wird, dann kleistern wir ne ganze Seite zu.

Denkweise der Medien

Sky90 > Uli Hoeneß > Bayern München > Top Story!= hohe Auflage!

Blickt man ins Internet, dann sind selbst die Fans der Bayern verwundert, wieso die Medien alles so hochsterilisieren. Uli Hoeneß hat das Image, dass er einer ist, der gut für Auflagen ist, eben weil er sagt, was er denkt. Auf der einen Seite ist das gut, auf der anderen Seite sollte man auch verstehen, was er meint, wenn er etwas sagt.

Meiner Meinung nach, hat Uli Hoeneß einen perfekten Auftritt in Sky90 gehabt. Nicht nur zum Thema der Bayern war er ehrlich, sondern auch zu den anderen Themen. Er traut Mainz zu, dass sie am Ende den fünften Platz erreichen können, den BVB traut er sogar den Titel zu und lobt die Jugendabteilung. Auch beim Thema „St. Pauli“ wirkte er nett und bescheiden, dabei haben die Bayern vor einiger Zeit mit einem Freundschaftsspiel dem angeschlagenen Klub so Geld eingespielt… keine Selbstverständlichkeit im Profifußball.

Bei dem Thema Bayern München fragte ich mich dann… was gibt es Neues? Es ist seit langer Zeit bekannt, dass van Gaal jemand ist, der die dominante Figur auf der Trainerposition ist. Er lässt sich nicht reinreden, er hat Erfahrung und er geht seinen Weg. Van Gaal zeigte in der letzten Saison, dass er ein guter und erfolgreicher Trainer ist. In dieser Saison läuft es zwar nicht so gut, aber van Gaal denkt zu wissen, wie es weiter geht. Wenn Hoeneß sagt, dass man nicht mit van Gaal reden kann, dann überrascht das nicht, überhaupt nicht. Natürlich ist es nicht gut, wenn man sich wie van Gaal nichts sagen lässt, er ist aber in dieser Beziehung ein sturer Bock, aber auch deshalb hat man ihn geholt? Man nennt ihn den „General“, er ist der Chef, er arbeitet mit der Mannschaft und er stellt die Spieler auf.

Wenn Hoeneß sieht, dass etwas nicht passt oder jemandem nicht gerecht wird, dann haut er dazwischen. Ich sehe das positiv, denn das ist ehrlich und zeigt, dass etwas nicht so läuft, wie es sollte. Auch hat er recht, wenn er sagt, dass Spieler getroffen haben, die bei van Gaal nicht oft gespielt, fast schon abgeschrieben waren. Da viele andere Spieler verletzt sind, muss er diese nehmen, die sind angestachelt und zeigen gute Leistungen. Das ist nichts Ungewöhnliches… dennoch ist es natürlich von van Gaal falsch, wenn er Spielern nicht mehr das Vertrauen gibt, dass sie verdienen, zumal sie ein Teil einer Mannschaft, einer Gemeinschaft sind. Egal ob man spielt oder nicht, die Jungs sehen sich jeden Tag, trainieren zusammen, essen zusammen und unternehmen etwas zusammen, sie sind ein Teil der Mannschaft.

Die Kritik von Hoeneß ist vollkommen gerechtfertigt. Auch wenn van Gaal in vielen Dingen stur ist, der Erfolg der letzten Saison gab ihm Recht, auch wenn es am Anfang nicht perfekt lief. Die Bayern haben ihn machen lassen und am Ende eine tolle und erfolgreiche Saison gespielt.

Nun läuft es nicht gut. Mit 10 Punkten hinter dem Tabellenführer aus Dortmund ist man weit weg, aber machbar ist es dennoch. Die Bayern gewinnen zwar momentan, spielen aber keinen überragenden Fußball. Man merkt, dass Ribery & Robben fehlen, dennoch darf man den Erfolg einer Mannschaft nicht an zwei Spielern ausmachen. Es ist ein Faktor, aber eben nur einer von vielen. Wenn ich etwas an van Gaal kritisieren würde, dann wäre es der Umgang mit manchen Spielern und auch im Gesamtkonzept der Mannschaft, man oft nicht das Gefühl, dass die Mannschaft Spaß hat, eben nicht nur Leistung zu bringen hat, sondern auch ihren Job zu Leben und zu Lieben. Der Zusammenhalt der Mannschaft ist meiner Meinung nach auch nicht so gut, wie bei anderen Teams. Das heißt für mich, dass andere Spieler die unterstützen, die momentan nicht gut drauf sind oder unzufrieden.

Zurück zu Hoeneß – Die wichtigste Aussage bei Sky90 war die, wo er meinte, dass es noch früh in der Saison ist und das es besser ist, jetzt etwas zu sagen, als später, wenn es zu spät ist. Man merkt, dass Hoeneß nicht zufrieden ist, dass liegt aber auch daran, dass die Mannschaft nicht die Punkte holt, die man gewohnt sind.

Ich bin der Meinung, dass Hoeneß in Sky90 das ausgesprochen hat, was bei anderen Vereinen „intern“ geregelt und diskutiert wird. Wenn er sagt, dass er mit van Gaal nicht viel redet, dass er sich nichts sagen lässt, dann geht er eben diesen Weg über die Medien. Wenn der Präsident der Bayern nicht Uli Hoeneß wäre, dann würden wir heute nicht darüber reden. Wir sehen Hoeneß als Bayern-Boss nicht als Präsident, sondern als der, der in den vergangen Jahren die Fäden gezogen hat, der einfach „The Man“ war. Nun macht er sich Sorgen, weil es nicht so läuft, wie gewünscht. Ich glaube nicht, dass alles, was argumentiert zutreffend ist. Hoeneß ist der Präsident, van Gaal der Trainer. Hoeneß darf sagen, was er will, aber van Gaal ist der Trainer und der Trainer trifft die Entscheidungen und ist am Ende dafür verantwortlich, wie gut die Mannschaft am Ende der Saison abschneidet. Ich sehe Hoeneß Aussagen nicht negativ, sondern positiv. Er sorgt sich um den Verein, um die Saison und weiß nicht genau, wo der Trend hingeht. Es ist eher ein Hilferuf…

Am Ende muss man konstatieren, dass Hoeneß seiner Sorgen Luft gemacht hat, dass van Gaal nicht mit sich reden lässt, wie viele andere Trainer auch nicht und das am Ende der Erfolg entscheidet, wie es weiter geht. Starten die Bayern nun eine Serie, dann laufen Hoeneß und van Gaal bald Hand in Hand durch München und essen ne Weißwurst. So ist der Fußball, wenn es läuft, dann läuft’s, wenn nicht, dann gibt es halt Kritik.

Was die Medien aber daraus machen, ist meiner Meinung nach einfach nur lächerlich…

Geschrieben von Florian Hellmuth

PS

Mehr zum Thema auch bei den Kollegen:

Allesaussersport

http://www.allesaussersport.de/archiv/2010/11/01/die-h-bombe-der-verein-bleibt-groser-als-der-trainer/

Sportmedienblog

http://sportmedienblog.de/2010/11/01/zundelmeister-hoenes-und-van-gaals-man-management/

Wie ist eure Meinung zum Thema?

Ein Kommentar zu „Nach Hoeneß-Auftritt bei Sky90 – Die Medien machen eine große Story draus…

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  1. Wie viele Nicht-Bayern-Fans hege ich eine gewisse Schwäche für Uli Hoeneß – nein, ich gestehe, ich mag ihn. Wenn einer alles Recht der Welt hat, sich zu diesem Verein zu äußern, wann immer und wo immer, dann Herr Hoeneß. Mir bereiten seine aktuellen Äußerungen in Teilen eine gewisse Genugtuung: Ich finde es nach wie vor von van Gaal unverzeihlich, praktisch vor Arbeitsbeginn zu äußern, wer im Kader ihm nicht passt. Ich fand es unerhört, so vom Personal zu reden, kurz nach Abschluss des Arbeitsvertrages. You get what you see – das galt doch für seinen Jobantritt durch die bereits getätigten Transfers im Besonderen. Er hätte ja unter diesen transparenten Bedingungen nicht Trainer von Bayern werden müssen.

    Von dem Moment an war klar, dass er in puncto Menschenführung starke Defizite aufweist. Diejenigen, die gerade in seiner Gunst stehen, empfinden das naturgemäß als weniger schlimm, was es nicht weniger schlimm macht.

    Des Weiteren finde ich, dass aus van Gaals scheinbar humorigen Aussagen, auf deren Markigkeit und Machotum die Journalisten auf den PKs gerne mit Hohoho-Gelächter einstimmen (ihre Art der Solidarisierung mit den Fußballmächtigen, weil Beifall klatschen führe zu weit), dieser Zug an ihm immer wieder durchscheint.

    Dass es in der Fußballwelt noch einen wie Uli Hoeneß gibt, der glaubwürdig für bestimmte Werte steht und einsteht, ist beruhigend. Da darf man sich schon mal Sorgen machen über die Zeit, da Herr Hoeneß nicht mehr im Amt ist.

    Dass er seine Äußerungen im TV tätigte, war das einzig Richtige: Wenn man sieht, wie die viele Journalisten ihn nicht zitieren, sondern auslegen, ist solch ein „Beweisstück“ wichtig. Und weil man anhand der sky90-Bilder eben alles so schön überprüfen kann, ist „diese Hoeneß-Geschichte“, wie auch @Helmi auf Twitter schreibt, „echt ein Lehrbeispiel“ dafür, „wie Journalismus heute funktioniert“. (Quellennachweis!)

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