Der Blog am Sonntag – 13. März – Magath am Mittwoch weg? +++ Rost ledert gegen den HSV +++ Dortmunder Niederlage

Hallo liebe Leser,

bereits vor zwei Tagen habe ich in einem Eintrag über Schalke 04 geschrieben. Auch heute, zwei Tage später sehe ich die Situation noch genauso. Was auf Schalke abgeht, ist einfach nur peinlich für den Vorstand und respektlos gegenüber Magath und den Fans! Goal.com berichtete gestern Abend über eine Meldung des „Kicker“, dass das Ende von Magath am Mittwoch wohl beschlossene Sache ist. Näher darauf eigehen will und möchte ich nicht, weil dieser Vorstand es nicht verdient, dass man darüber berichtet.

Nach dem Spiel zwischen Bayern München und dem HSV gab es wieder eine Sternstunde von Frank Rost. Nach der 6:0 Niederlage gegen die Bayern, sagte er ganz klipp und klar, was er von der Saison und von den Verantwortlichen des HSV so halte. Rost ist zwar dafür bekannt, dass er dies auch mal öffentlich tut, aber in dieser Form war es wirklich sehr unterhaltsam. Hier die kompletten Aussagen von Frank Rost bei Sky und Liga Total!

Bei Sky

…nach dem Spiel: „Es ist schwer, nach so einer Niederlage Worte zu finden. Es wird schwierig, nächste Woche wieder aufzustehen. Man hat wieder mal gesehen, wie labil das Ganze ist und wie schnell es auseinander bricht.“

…über die Situation beim HSV: „Das ist ein wankender Riese – und das unterschätzen viele, weil sie ihre persönliche Situation, ihre persönlichen Egoismen immer nach vorne stellen.“

…über die Vereinsführung: „Sie müssen es immer wieder vorleben, dann wird auch der Trainer stark, dann wird auch der ganze Verein stark. Wenn sie meinen, sie müssen die Spieler auswechseln, dann müssen sie es tun, dann müssen sie es mit aller Konsequenz tun. Nehmen sie meine Situation: Wenn man den Drobny holt, dann muss man ihn spielen lassen und keine Spielchen in der Öffentlichkeit machen. Das geht so das ganze Jahr. Man kann gar nicht mehr vernünftig arbeiten. Das ist Wahnsinn.“

Quelle: Sky

Bei Liga Total

Frank Rost: „Wer ist der Schuldige? Das kenne ich beim HSV jetzt seit vier Jahren, dass man Schuldige sucht. Aber darum geht’s doch nicht: Es geht um Lösungen! Und solche Dinge – ich kann sie nur für mich persönlich mitnehmen, das, was ich hier erlebe – bitte nicht so machen später, Frank! Weil das geht voll in die Hose! Das musst Du als Lehre mitnehmen.“

Rost weiter: „Ich glaube, Schuldige zu suchen ist zwar toll, da freuen wir uns alle. Das ist wie in der Politik: Suchen wir mal einen Schuldigen und dann haben wir das Problem gelöst – nein, wir haben es nicht gelöst! Sie müssen die Dinge vorleben. Sie müssen keine Wertediskussion führen, aber Sie müssen es in erster Linie vorleben. Da können Sie viel drüber diskutieren, Sie müssen alles vorleben – und dann können Sie das auch von ihren Leuten verlangen! Nur so wird ein Schuh draus – und genauso ist es bei uns in der Mannschaft. In den zurückliegenden anderthalb Jahren sind viele Dinge entstanden, Baustellen, das ist Wahnsinn! Das sind viele kleine Baustellen, die sich summieren zu einer riesengroßen.“

Der 37-Jährige auf die Nachfrage, welche Baustellen er konkret meine: „Das sind doch viele Sachen! Sie erzählen doch jeden Tag davon – warum soll ich Ihnen das erzählen? Ich bin Torwart, ich muss versuchen, das Beste daraus zu machen auf dem Feld. Aber ich kann Ihnen auch sagen, dass das schwer ist beim HSV, weil vieles ringsherum im Argen ist, weil die Dinge ausgesessen und nicht geregelt werden! Leute werden enteiert – nehmen Sie doch mein Beispiel: Man hat einen Torhüter geholt. Warum hat man den geholt? Den hat man geholt, damit der Rost mal die Klappe hält! Aber wenn man konsequent ist, dann lässt man ihn auch spielen. Aber wie könnte das in der Öffentlichkeit aussehen? Und von dieser Art der Baustellen haben wir hunderte aufgemacht! Auch im Verein: Wenn Sie immer nur reingehen und gucken, wer sitzt denn da und hoffentlich sage ich nichts Falsches – da wird eine Misstrauenskultur geschaffen. Das ist schwierig – und Sie sehen das auf dem Spielfeld wieder: Da passiert ein Ding und dann bricht alles auseinander! Wenn da eine gewisse Stabilität da ist, dann passiert das nicht! Dann kriegt man auch mal eins auf den Deckel, aber nicht in der Häufigkeit, wie wir das in dieser Saison erlebt haben. […] So wie heute, da bricht das eben gnadenlos auseinander!“

„Es geht nicht um Fehler – man muss eine Linie haben: Wie möchte ich meinen Verein sehen, wie möchte ich Fußball spielen – und die muss ich gnadenlos durchziehen! Da muss ich auch diejenigen unterstützen, die das mitziehen – und kann sie nicht enteiern! Wenn ich dann gar niemanden mehr habe, der irgendwas sagt, wenn ich denke: Wenn einer etwas Kritisches sagt, das ist dann gleich ein Feind – das ist schwierig! Dann funktioniert das nicht im Fußball. Weil das ist ein Geschäft, da ist Druck, da müssen Sie unter schwierigen Bedingungen Erfolg haben. Das müssen Sie vorleben – die Begeisterung auf dem Spielfeld! Warum sind denn Leute wie Klopp oder Tuchel erfolgreich? Ja, die strahlen das aus, die Begeisterung! Auch vom Verein: Watzke, der stellt sich hinter seine Leute, das ist so eine Einheit! Und das ist aus der Not heraus entstanden. Und es ist halt schade, wenn man das Gefühl hat, man muss erst Dinge gegen die Wand fahren, bevor man sich an das Wesentliche erinnert.“

Ob er – wenn er das Beispiel Watzke nennt – das Gefühl habe, dass sich Bernd Hoffmann beim HSV nicht hinter die Mannschaft stelle: „Ich habe noch nichts gehört! Er hat 160 Millionen Jahresumsatz gemacht – das war sein Erfolg. Die Mannschaft hat nur 50 Spiele gemacht – aber scheißegal! Das ist total uninteressant, ob sie mich wegfackeln, ist mir Wurscht! Scheißegal, dann sollen sie mich wegfackeln. Wir müssen gucken, dass wir 40 Punkte kriegen – das ist das Entscheidende! Was glauben die hier: Dass wir irgendwo hinfahren und irgendwelche Leute abschießen? Wir haben heute nicht mal einen Blumentopf getroffen! Aber ich muss die Dinge aktiv regeln – und nicht aussitzen! Stellen Sie sich mal vor, jeder Spieler, bei dem der Vertrag ausläuft, macht jetzt Urlaub!“

Der Torhüter auf die Nachfrage, ob er damit auf den im Skiurlaub weilenden Bernd Hoffman anspiele: „Was interessiert mich Bernd Hoffmann? Wir müssen ein Verein sein, der eine Einheit ist! Nur dann haben wir eine Chance! Was wir jetzt sehen, ist ein wankender Riese – und wenn wir noch eine auf die ‚Gusche’ kriegen, dann fällt er um, der Riese!“

Was nun passieren müsse, um die Situation zu retten: „Dass alle fest zusammenstehen und dass man die Probleme, die man hat, aktiv regelt! Das geht von ganz oben los, die Spieler können es ja schwer regeln!“

Frank Rost auf die Frage, welchen Einfluss der Trainer dabei habe: „ Ich bin jetzt gute vier Jahre hier – fünf Trainer. Und, was ist besser geworden? Die Probleme sind doch die gleichen. Ihr fordert doch auch laufend: Wir müssen einen neuen Trainer holen, wir brauchen neue Spieler. Glauben Sie, wir gehen mit so einem breiten Kreuz ins Spiel, wenn wir wissen: Nächstes Jahr werden eh’ alle ausgetauscht? Wenn Ihnen Ihr Chef sagen würde: Nächste Woche sind Sie eh’ weg – mal sehen, mit was für einer Begeisterung Sie mir dann Fragen stellen! Solange ich meine Leute hab’, verteidige ich sie bis aufs Messer: Meine Spieler, meine Mannschaft – die das Wertvollste ist, was dieser Verein hat! Weil ohne Bundesliga können alle anderen den Deckel zu machen!“

Quelle: Liga Total!

Borussia Dortmund verlor gestern in Hoffenheim das erste Spiel der Rückrunde. Sie haben zwar gut gespielt, aber am Ende verloren. Das passiert. Es gibt auch keine Veranlagung eine Krise herbeizuschreiben oder Bayer Leverkusen Hoffnung zu machen. Leverkusen muss heute gegen Mainz, für die es auch um viel geht erst mal gewinnen. Gewinnt Bayer, sind es noch 9 Punkte auf den BVB. Der Zeitpunkt für diese Niederlage kommt zur richtigen Zeit. Lieber jetzt, als in zwei Spieltagen. Noch hat man den Vorsprung und weiß nun, dass man die Meisterschaft nicht von alleine bekommt. So ein Schuss vor den Bug kommt also genau richtig.. Klopp wird mit seiner Mannschaft in dieser Woche gut arbeiten und sicherlich nächste Woche wieder gewinnen.

Das war es für heute – Einen schönen Sonntag!

Geschrieben von Florian Hellmuth

Wenn der Sport zur Ablenkung wird und ein Kommentator das ganz offen sagt…

Ein durchschnittlicher Kommentator ist der, der ein Spiel runterkommentiert, einige Fakten nennt, aber eben auch nicht mehr. Ein guter Kommentator sagt auch mal seine Meinung, hebt sich von allgemeinen Floskeln ab. Wie eben Marco Hagemann am Freitag beim Spiel zwischen Köln und Hannover.

Manchmal gibt es Momente, an denen ein Kommentator eben mehr tut, als ein Spiel zu kommentieren. Er sagt das, was viele denken, aber nicht aussprechen. Heute Abend beim Spiel zwischen Köln und Hannover war es Marco Hagemann, der sich mit einem Satz von vielen anderen Kommentatoren abgehoben hat.

In der 87. Minute wurde der Japaner Tomoaki Makino eingewechselt. Auch wenn er und seine Familie nicht selbst von der Katastrophe in Japan betroffen sind, denkt so ein Spieler natürlich an sein Land, vielleicht auch deshalb wurde er eingewechselt. Wieso? Weil Makino in diesen Minuten beschäftigt war, er konnte auf dem Platz stehen und seiner Mannschaft beim gewinnen helfen. Ablenkung ist wichtig, dass sagte auch Marco Hagemann.

Der Satz, der mich beeindruckt hat war aber ein anderer:

„Das, was wir Woche für Woche auch tun, uns mit Sport, mit Begeisterung und Leidenschaft ablenken von Alltagsproblemen.“

Zitat: Marco Hagemann

Mitten im Spiel, kurz nach der Einwechslung von Makino sagte er diesen Satz. Er erinnerte daran, dass es in diesen Minuten nicht nur Makino so gehe, sondern eben auch vielen Zuschauern vor dem Fernseher. Was tun wir, wenn es uns schlecht geht? Viele hören Musik, lesen ein Buch, andere schauen sich Fußball an. Es ist die Ablenkung vom Alltag, die wir genießen, die wir brauchen, die manchmal aber auch zu kurz kommt. Einfach alles um sich vergessen und etwas tun, dass uns Spaß macht. Dieser Satz von Marco Hagemann kam von Herzen, war aufrichtig und auch so gemeint.

Auch, wenn es nur ein kurzer Satz war, ist er wichtiger, als das komplette Spiel. Diese Momente zeichnen eben auch einen Kommentator, einen sehr guten Kommentator aus.

Geschrieben von Florian Hellmuth

Die Situation auf Schalke – Es geht um die Wurst… äh… um den Fleischfabrikanten??? Irgendwie so…

Am Mittwoch war es die Zeitung „WAZ“ die in einem Artikel schrieb, dass Schalke sich von Felix Magath trennen wird. Am gleichen Tag gab es das weiterkommen in der Champions League. Schalke-Boss Tönnies, der Fleisch-Spezialist wollte Magath eigentlich feuern, aber da Schalke die „Jetzt gehts um die Wurst-Spiele“ gewann, bleibt das Fleisch im Kühlschrank.

Ich habe oft über Schalke 04 geschrieben. Meist negativ, weil es eben in dieser Saison nicht viel gutes aus Gelsenkirchen zu berichten gab. Die Meldung in der WAZ, dass Schalke Magath entlassen will, kam für mich relativ überraschend, da Schalke kurz davor erst ins Pokalfinale einzog.

Um es ganz klipp und klar zu sagen. Tönnies wusste, dass Felix Magath ein Trainer ist, der seine ganz eigenen Vorstellungen hat. Wenn der Fleisch-Fabrikant nun wie ein kleines Kind dafür sorgen will, dass Magath gehen muss, weil er nun sieht, dass es Unruhen auf Schalke gibt, dann hat er wohl irgendwas falsch interpretiert. Magath ist Magath und Schalke wird sich nicht ändern. Wieso auch? Bisher hatte er Erfolg. Wie gesagt, Schalke, Tönnies & Co wussten, worauf man sich einlässt.

Hätte man Magath vor Wochen, als die Ergebnisse nicht so gut waren entlassen, dann hätte es keine Probleme und Kritik gegeben. Nun steht man im DFB-Pokal Finale, im Viertelfinale der Champions League und in der Liga auf Platz 10. Schaut man sich die Saison der Bayern an, dann ist das vergleichbar. Sie sind zwar in der Liga weiter vorn, aber dafür im Pokal raus. Nach diesem grausamen Start in die Saison hat Magath gute Arbeit geleistet und trotz dieser Mannschaft, die im Sommer so geschwächt wurde, noch gute Leistungen gebracht und diverse Ziele erreicht. Mit dem Sieg im Pokal spielt man auch in der kommenden Saison in Europa. Es wäre zwar nur die Europa League, aber es wäre das internationale Geschäft. Wenn Tönnies dachte, dass man mit dieser Mannschaft locker flockig einen Champions League Platz erreichen könne, dann hätte er doch lieber weiter Fleisch-Spieße produzieren sollen. Die Mannschaft ist auf einigen Positionen nicht doppelt besetzt, Stammspieler hatten Probleme in die Saison zu kommen.

Auch Magath ist kein Magier, dennoch muss man das, was die Mannschaft nach diesem Start noch erreicht hat respektieren und schätzen. Die Facebook-Aktion von Magath zeigte auch, dass er sich Mühe gibt, mit den Fans in Kontakt zu bleiben. Liest man viele Beiträge auf Facebook, dann kommt das bei vielen Fans auch sehr gut an.

Wenn Schalke Magath demnächst rausschmeißen sollte und dann als Ersatz Otto Rehhagel oder ähnliches auf die Bank setzt, die Mannschaft dann keinen Erfolg hat, dann sollte man Clemens Tönnies zurück in seine Fleischfabrik buxieren und sich nen neuen Chef suchen. Wer von Fußball keine Ahnung hat, der sollte sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Die Aussagen und alles drumherum in den letzten Wochen waren nicht peinlich für Magath, sondern für Tönnies, der diese Aussagen nun vollkommen zurecht wie ein Bumerang um die Ohren bekommt.

Geschrieben von Florian Hellmuth