Sullivan will 400.000 neue Abonnenten – Shows anstatt Live-Sport? – Großer Bericht über die Zukunft von Sky!

In einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ geht es um die Zukunft von Sky. Man möchte weiterhin neue Wege gehen – Dennoch stellt man sich die Frage – Sucht man nun nach neuen Unterhaltungsformaten, anstatt Livesport?

Eines muss man dem neuen Sky Chef Brian Sullivan lassen: Er ist überzeugt davon, dass Sky die Wende schaffen kann. In den vergangenen Monaten hat er zwar große Dinge angekündigt, aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern, hat er diese Dinge auch umgesetzt. Sullivan steht für Glaubwürdigkeit, was er sich vornimmt, dass tut er auch. Für mich als Beobachter ist das sehr erfrischend, denn die meisten Chefs reden alles schön, versprechen Änderungen und am Ende passiert überhaupt nichts. Sullivan steht für Innovationen, neue Konzepte und dem Wunsch, dass Besondere nicht nur in der Werbung zu versprechen, sondern auch zu bieten.

Sky hat es momentan alles andere als leicht. Ein Abonnentenwachstum blieb aus, die Aktie liegt bei 82 Cent und auch sonst, ist nicht alles gut. Nun sucht man bei Sky neue Programminhalte, um frische Kunden anzulocken. Mit Sky HD, sowie Sky 3D hat man in der letzten Zeit viele neue Dinge eingeführt, die bei den Bestandskunden ohne Frage sehr gut ankommen. Sky 3D ist erst seit einigen Tagen im Programm, aber die Einführung dieses Senders zeigt, dass sich Sky etwas traut. Man geht diesen neuen Weg mit einer Technik, die noch nicht besonders ausgereift ist, die man nur mit neuer Hardware genießen kann, dennoch ist es positiv zu sehen, dass man mit Sky 3D den Zuschauern etwas komplett neues bietet.

Man sucht nach Formaten, nach Konzepten, die Sky exklusiv haben könnte. Mit diesem könnte man dann neue Kunden gewinnen, zumindest denkt man so in Unterföhring. Filme, Bundesliga & Co gibt es bereits bei anderen Anbietern bzw. im Free TV, daher möchte man Inhalte bieten, die man sonst nirgends empfangen kann. Auch hier muss man sich die Frage stellen, ob die Zuschauer überhaupt neue Dinge wollen? Ziehen neue Konzepte bei den Abonnenten? Lohnt es sich in etwas neues zu investieren, um am Ende damit Gewinn einzufahren?

Momentan denkt man bei Sky darüber nach die teueren Formel 1 Rechte nicht zu verlängern, da diese bereits im Free TV bei RTL ausgestrahlt wird. Um eine Zahl zu nennen, laut einem Bericht würde man 27 Millionen € sparen, wenn man die Formel 1 nicht mehr im Programm hätte. Dennoch muss man auch an die Kunden denken, die bereits ein Abo haben. Viele wollen Livesport sehen und für diesen Zahlen sie gerne. Ich bezeichne die Formel 1 bei Sky als heilige Kuh, weil viele Abonnenten Sky bzw. damals Premiere nur wegen der Formel 1 abonniert haben. Den Abonnenten ist es völlig egal, ob die F1 exklusiv läuft, oder eben nicht. Die Abonnenten wollen eine gute, leidenschaftliche, emotionale und fachlich gute Übertragung und dafür zahlen sie gerne jeden Monat einen nicht geringen Beitrag. Fällt die Formel 1 z. B. weg, dann verärgert und animiert man viele Kunden, den Vertrag nicht zu verlängern. Auch wenn die Formel 1 bei Sky intern wohl keine große Rolle mehr spielt, tut sie das bei den Abonnenten, die monatlich die Abogebühren zahlen.

Um es auf den Punkt zu bringen – Für Sky darf es nicht nur darum gehen, dass sie Neukunden gewinnen, sondern vor allem darum, die treuen Bestrandskunden nicht zu verlieren. Kaum jemand denkt an die Menschen, die seit Jahren, vielleicht sogar Jahrzehnten diesem Unternehmen die Treue gehalten haben, egal was passierte, egal welche Inhalte wegoptimiert wurden… dennoch gibt es nun viele langjährige Abonnenten, die mit dem Gedanken spielen, nach einer langen langen Zeit, ihr Abonnement nicht zu verlängern. Ich denke dies, sollte man in Unterföhring bedenken.

Es ist nichts verwerfliches daran, wenn man neue Konzepte bespricht und einführen will, dennoch muss man auch an die vorhanden Kunden denken. Mit den 27 Millionen Euro jährlich, die Sky durch den Verlust der F1 Rechte sparen könnte, hat man natürlich die Möglichkeit neue Inhalte zu pushen oder einzuführen. Für das Image des Senders, wäre dieser Verlust aber nicht sonderlich gering. Blickt man auf die eigenproduzierten Sendungen wie die Sky Lounge, Sky Magazin oder die Sportsendungen wie Sky90 oder auch Samstag Live!, dann hat man schon Sendungen mit Potenzial. Aus Samstag Live!, also einer Sendung, die vergleichbar mit den aktuellen Sportstudio ist, konnte man eine wirklich gute Sendung einführen, die dem Zuschauer auf der einen Seite informiert, aber auch Spaß macht. Nach drei Sendungen muss man sagen, dass Feedback hilft und dem Sender so zu mehr Qualität verhilft. Feedback, dass ist eine der Dinge, die Sky auch in Zukunft beherzigen sollte. Wieso nimmt man nicht die Abonnenten mit ins Boot und macht nicht für sie das Pay TV, sondern mit ihnen? Ich denke, dass die Menschen, die Pay TV abonnieren bessere Helfer sind, als überbezahlte Manager, die zwar viel Geld verdienen, aber am Ende nichts neues bringen und vor allem meist nichts, dass die Zuschauer auch sehen wollen.

Wie zu lesen ist, waren einige Sky-Mitarbeiter auf der Fernsehmesse „Mipcom“ zu Gast, um nach neuen Formaten Ausschau zu halten, die für die Zukunft interessant für den Sender sein könnten. Liest man dann das Wort „Unterhaltungsformat“, dann denkt man sofort an Schwiegertochter gesucht oder ähnlichem. Sky sollte nicht den Fehler machen, neue Sendungen oder Shows zu produzieren, die am Ende eh keine neuen Kunden bringen. In der Vergangenheit hat man mit Premiere Zapping eine kleine Show gehabt, die alle Abonnenten geliebt haben. Vergleichbar war Zapping mit den Ausschnitten von TV Total, die Stefan am Anfang jeder Show vorstellt. Fehler in Sendungen, lustige Verprecher usw. Das war Zapping, dass hat den Zuschauer unterhalten, dass wollte man sehen. Heutzutage gibt es Zapping nicht mehr, da frage ich mich… wieso? Bei Sky muss das Gesamtpaket stimmen, die Mischung aus Film, Sport & Thema. Wenn die Mischung stimmt, dann kommen auch die Kunden.

Ein großer Nachteil über die letzten Jahre war die Werbung. Jedes Jahr kommt meiner Meinung nach mehr Werbung ins Programm. Die Leute denken, dass es im Bezahlfernsehen keine Werbung gibt, aber wenn sie sich informieren, dann wissen sie schnell, dass es doch so ist. Werbung schreckt ab, daher bleiben viele beim Free TV. Natürlich gibt es keine Werbung in den Filmen, dafür aber vor und nach den Filmen. Im Sport ist es besonders schlimm. Werbung im Konferenztrenner, vor dem Spiel, nach dem Spiel, zusätzlich in den Sendungen wie Sky90, Alle Spiele, Alle Tore und Samstag Live! – Werbung vor dem Formel 1 Rennen usw. das nervt und das schreckt Kunden ab. Ich sage: Wer für Fernsehen Geld ausgibt, der muss auch von Werbung verschont werden! Keine Werbung, dass ist ein Hauptgrund der Abonnenten, denn dafür zahlen sie ihr Geld. Natürlich verdient Sky wichtiges Geld mit Werbung, aber man muss auch Prioritäten setzen. Geld verdienen oder Kunden vergraulen bzw. glücklich machen? Es ist schwer, zu entscheiden, was nun besser ist für das Unternehmen, aber glückliche Abonnenten sind besser, als unglüchliche.

Bei Sky gibt es weiterhin viel zu tun. Ich bin gespannt, wo der Weg in den nächsten Wochen und Monaten hingeht – Fakt ist: Es muss auch in Zukunft etwas getan werden. Dennoch ist und bleibt es wichtig, dass man nicht nur an die Neukunden denkt, sondern vor allem an die Bestandskunden, denn diese zahlen jeden Monat die Gehälter der Mitarbeiter.

Geschrieben von Florian Hellmuth

Die Formel 1 im deutschen Pay-TV – Eine lange Liebe

Es war der 28. Juli 1996. Der Große Preis von Deutschland am Hockenheimring stand auf dem Programm.

Jedoch war dies nicht irgendein Formel 1 Wochenende, es war die Geburtsstunde des vom Medienunternehmer Leo Kirch gegründeten Pay-TV Anbieters DF1, das seinerzeit 57 digitale TV & Radiokanäle umfasste. Damals war das Analoge Fernsehen noch weit verbreitet. Die Formel 1 in Deutschland ausschließlich im Free TV zu sehen. Dies wollte DF1 ab dem 28. Juli ändern.

Man wollte den deutschen Fans unter dem Motto „DF1 ist nicht irgendein neuer Fernsehsender – DF1 ist das neue Fernsehen“ die Königsklasse des Motorsports so präsentieren, wie sie noch nie zuvor im Fernsehen zu sehen war.

Neben der werbefreien Ausstrahlung des kompletten Rennwochenendes auf dem Sender DSF Plus, sollte die Mehrfeedige Übertragung dem Zuschauer das Feeling geben nicht nur dabei, sondern mitten drin im Geschehen zu sein. Man sollte das Gefühl haben, als wäre man live an der Strecke.

Neben dem allseits bekannten Supersignal auf dem man das Gesamtgeschehen gut im Überblick behalten konnte, hatte man mit nur wenigen Knopfdrücken auf der Fernbedienung der d-box die Möglichkeit, in den Cockpitkanal zu schalten, um die Piloten bei der Lenkradarbeit zu bestaunen oder mal schnell in die Boxengasse zu zappen, um zu verfolgen welcher Pilot selbige gerade besucht und wie schnell die Boxencrews jeweils ihre Arbeit erledigen.

Auf dem Highlightkanals konnte man sich jede noch so spannende Szene nochmals anschauen und Dank des offiziellen FOM Datenkanals war man jederzeit up to date was die Zeiten jedes Fahrers betraf. Später kam dann noch das Verfolgerfeld dazu. Dank dieser Perspektive konnte man selbst wählen ob man lieber im Supersignal den Kampf um die Spitze oder im Verfolgerfeld einen Fight im Mittelfeld anschauen möchte.

Von Anfang an dabei waren der aus Heidelberg stammende Jacques Schulz, der ursprünglich eigentlich Busfahrer werden wollte, sich 1991 nach seinem BWL und Jurastudium dann aber doch entschloss im Medienbereich beschäftigt seien zu wollen und somit als Moderator eines Münchner Radiosenders tätig war. Motorsport war schon immer sein Leben. Und so wechselte er 1993 zu Eurosport, wo er die Formel 1 Rennen kommentierte, ab 1996 war er dann für DF1 im Einsatz.

Sowie der Schweizer Marc Surer, der in der Zeit von 1979 bis 1986 u. a. für Arrows und Brabham insgesamt 82 Formel 1 GP bestritt, ehe er 86 nach einem schweren Unfall bei der Hessen Rallye vom aktiven Motorsport zurücktrat. Seine Liebe zur Formel 1 konnte er nie begraben und kommentiert so seit 96 zusammen mit Schulz die Rennen der Formel 1 Elite.

Ein Mann der ersten Stunde war außerdem Wolfgang Rother, der die Moderation der Formel 1 Rennen übernahm. Bedauerlicherweise verließ Rother zum Ende der Saison 2005 den Sender.

Auf der Suche nach einem schnellen Ersatz kam Maren Braun (Tochter von Rainer Braun) gerade Recht. Sie ersetzte Rother ab der Saison 2006.

Bereits nach einem Jahr verließ sie aber ebenfalls wieder den Sender, da sie Nachwuchs erwartete und gab somit das Amt an Peter Lauterbach weiter, der bis heute im Einsatz ist. Viele (mich einbegriffen) bemängeln an ihm, dass er ständig die gleichen unnötigen Fragen stellt und wünschen sich deshalb Wolfgang Rother zurück, dessen fachliche Kompetenz am Mikrofon unter den Fans sehr geschätzt wird.

Als Boxengassenreporterin sorgte einst Inga Stracke für die Interviews auf und neben dem Grid. Sie wurde 2001 durch die Österreicherin Tanja Bauer ersetzt, die auch heute noch als Boxengassenreporterin im Einsatz ist.

Als Experte war lange Zeit Hans Joachim Stuck (74 Formel1 Rennen) im Einsatz, der unter den Fans auch liebevoll „Striezel Stuck“ genannt wird. 2006 übernahm für ein Jahr Alexander Wurz die Rolle als Experte. In den Jahren 2008 bis 2009 wurde der 114 malige GP Teilnehmer und Weltmeister von 1982 Keke Rosberg (Vater von Nico Rosberg) eingesetzt.

In dieser Saison ist Marc Surer neben seiner Kommentatorentätigkeit auch noch als Experte tätig. Vor Heidfelds Verpflichtung zu Sauber für die restlichen Saisonrennen war der Mönchengladbacher auch des Öfteren Experte.

Seit dem Start der digitalen  Formel 1 Übertragung im Jahre 1996 hat sich vieles getan. Leider auch einiges Negative.

Am 01. Oktober 1999 fusionierten DF1 und der bisherige Pay-TV Konkurrent Premiere, der bereits seit 1991 sein Pay-TV Angebot ausstrahlte und wurden zu Premiere World.

Mit Premiere World hatte man wirklich das Gefühl in einer anderen Fernsehwelt einzutauchen. Doch leider waren und sind bis heute nicht allzu viele bereit für Fernsehen zusätzlich Geld auszugeben und so musste die Kirch Gruppe im Jahre 2002 Insolvenz anmelden. Die Insolvenz von Premiere World konnte damals nur knapp abgewendet werden. Von nun an nahm Georg Kofler das Ruder des Senders in die Hand und benannte Premiere World zurück in Premiere. Wir Fans kamen also weiterhin den Genuss der erstklassigen Formel 1 Übertragungen. Doch das Jahr 2002 sollte gleichzeitig das Ende von Bakerville bedeuten.

Der Formel 1 Boss Bernie Eccelstone hatte extra für ein paar Pay-TV Sender ein eigenes Signal (Bakerville) produzieren lassen. Zahlreiche zusätzliche Kameras sorgten dafür, dass man auch Stellen sehen konnte, wo das „normale“ Worldfeed entweder keine Kameras platziert oder einfach keinen Zugriff hatte. Hinzu kamen zahlreiche zusätzliche Features wie z. B. der Boxenfunk, die Yello Flag Zonen und Rundenanzeige sowie viele weitere Spielereien, die Bakerville seinen Zuschauern bot. Den legendären Funkspruch von Jean Todt „Let Michael pass for the championship” 2001 in Spielberg (Österreich), als Barichello aufgefordert wurde im Hinblick auf die Meisterschaft den Deutschen vorbeizulassen, konnte man somit exklusiv auf Premiere hören.

Damals hatte man nicht zuletzt Dank Bakerville einfach das Gefühl etwas zu haben was andere nicht haben. Man hatte einfach einen Mehrwert und wenn man zu Freunden sagte, die kein Premiere hatten und somit auf die RTL Formel 1 Übertragungen angewiesen waren  „Ich verfolge die Formel 1 auf Premiere“, wurde man mit neidischen Blicken angeschaut. Ja keine Frage das war damals einfach was Besonderes. Das komplette Formel 1 Wochenende ohne Werbung und aus mehreren Perspektiven sowie mit Bakerville zu schauen. Beim USA GP 2002 konnten die Free TV Zuschauer einmalig die Vorzüge von Bakerville bewundern. Jedoch war wie ich bereits sagte Ende 2002 Schluss mit Bakerville.

Doch was bedeutete dies nun konkret? Ganz einfach: Alle von der Formel 1 berichtenden Sendeanstalten weltweit hatten nur noch ein einziges Worldfeed zu Verfügung, alle und damit auch Premiere.

Bei diesem Worldfeed gab es keine Features wie Boxenfunk, Rundenanzeige usw. mehr. Damit ging Premiere ein großes Stück Exklusivität flöten. Premiere wollte seinen Abonnenten dennoch auch weiterhin ein zusätzliches Bonbon anbieten und führte die Mehrfeedige Übertragungen weiter fort.

2004 gab es dann ein rundum erneuertes Worldfeed, bei dem es auch die Zusatzfunktionen wie Boxenfunk usw. wieder gab, diesmal aber auch im Free TV. Im Laufe der Saison 2005 wurde der Boxengassenkanal Sang und Klanglos aus dem Angebot gestrichen. Der von Burkard Nuppeney kommentierte Kanal wurde angeblich mangels Zuschauerinteresse wegoptimiert. Wer es glaubt! Gerade der Boxengassenkanal bot einen Mehrwert.

2007 stand dann die Rechteverlängerung an. Der Sportvorstand von Premiere Carsten Schmidt war eigens nach Japan angereist, um auf der Start-Zielgerade zusammen mit Bernie Eccelstone während der Liveübertragung die Verlängerung bis einschließlich 2010 zu verkündigen.

„Man freue sich mit der Formel 1 auch weiterhin ein starker Partner im Programm zu haben. Schließlich sei die Formel 1 neben der Fußball Bundesliga das wichtigste Sportrecht für Premiere“, hieß es damals. Zudem verkündete man, dass sich die Zuschauer bereits bei dem darauf folgenden Rennen im China wieder auf die Rückkehr des Original FOM Datenkanals freuen können.

Leider wurde die Werbung im Programm immer mehr. Bereits kurz nach Fallen der Zielflagge wurde so beispielsweise teilweise sogar schon Werbung eingespielt, wie das Rennen wurde Ihnen präsentiert von XYZ. Da kam sogar ein bisschen RTL Feeling auf. Die Krönung sollte dann aber in der Saison 2009 folgen.

Die Überseerennen sollten von nun an nur noch aus dem Studio in München moderiert werden. Lediglich die beiden Kommentatoren sowie Tanja Bauer als Boxengassenreporterin und ein kleines Team waren noch vor Ort. Damals war sogar angedacht, dass Premiere die Rennen durch Werbung in Form von „Live Split“ Werbung unterbricht, d. h. das Rennen kann man weiterhin in einem kleinen Fenster verfolgen, während die Werbung den großen Anteil des Bildes einnimmt. Außerdem sollte der so genannte „TV-Skyscaper“ bei dem ein Werbesteifen für kurze Zeit im Bild eingeblendet wird zum Einsatz kommen. Viele Fans haben daraufhin ihren Unmut im Forum von Digitalfernsehen geäußert und es wurden zahlreiche E-Mails von Fans an Premiere geschickt.

Letztendlich hat man das mit den Werbeunterbrechungen im Rennen dann doch ins Reich der Fabeln verbannt (zum Glück). Lediglich der „TV-Skyscaper“ kam zum Einsatz, allerdings nur während den Vorberichten.

Premiere konnte allerdings auch weiterhin auf keinen grünen Ast kommen. Wieder wurde die drohende Insolvenz durch Finanzspritzen von Rupert Murdoch, der mittlerweile große Teile von Premiere übernommen hatte, abgewendet.

Im Mai 2009 wurde dann bekannt, dass Premiere ab dem 04. Juli 2009 in Sky Deutschland umbenannt wird. Murdoch betreibt bereits in England und in Italien unter gleichem Namen Pay-TV recht erfolgreich. Es ist wohl die letzte Chance für Premiere, nein die letzte Chance für Pay-TV allgemein in Deutschland.

Unter dem Motto Sky – das besondere Sehen möchte man noch mal von vorne beginnen. Man war der Ansicht der Name Premiere habe über die Jahre ein viel zu schlechtes Image unter der Bevölkerung bekommen. Das mitunter auch Zu Recht!

Zu Premiere World Zeiten füllte man sich in Sachen Service noch als König. Heute kann es schon mal vorkommen, dass wenn man 4 Mal beim Service anruft, dass man 4 Mal völlig unterschiedliche Aussagen bekommt.

Früher war mal von erhofften 10 Mio. Abonnenten die Rede. Sky benötigt rund 3 Mio. Abonnenten um wirtschaftlich arbeiten zu können. Doch selbst diese Zahl ist sehr schwer zu erreichen für Sky. Der Fehler vom Management ist einfach das man den Fernsehmarkt in Deutschland grundlegend unterschätzt hat. Man kann ihn nicht mit jenem aus England oder Italien vergleichen. Dort gibt es bei weitem nicht so viele Free TV Sender die vielen Menschen  hierzulande völlig ausreichen. Carsten Schmidt hat vor kurzem selbst zugegeben, dass man bei der Wahrnehmung und Akzeptanz bei der Bevölkerung nicht vom Fleck gekommen sei.

In der Winterpause  2009 verkündete dann Rekordweltmeister Michael Schumacher sein Comeback in der Saison 2010 beim neuen Mercedes Petronas Team zu geben. Ich als sehr großer Michael Schumacher Fan war natürlich völlig aus dem Häuschen und freute mich deshalb umso mehr, als Sky verkünden ließ, zukünftig neben dem normalen Cockpitkanal einen eigenen Cockpitkanal der Silberpfeile anzubieten. Diese Freude verflog jedoch sehr schnell wieder. Denn schon bald kam die nächste Hiobsbotschaft. Zukünftig gibt es die Perspektiven nur noch am Samstag zur Qualifikation und am Sonntag im Rennen. Gerade in den Trainings machten die verschiedenen Perspektiven am meisten Sinn, da man da die Zeit hatte rumzuzappen, ohne Angst haben zu müssen etwas zu verpassen, wie es in der Qualifikation oder im Rennen oft der Fall ist.

Zwar haben wir Fans uns sehr darüber geärgert, dennoch hat man als Abonnent in den letzten Jahren mit den ständigen Streichungen (auch umgangssprachlich Optimierungen genannt) gezwungenermaßen gelernt umzugehen. Immerhin sendet man ja überhaupt noch mehrfeedig, dazu das gesamte Wochenende (fast) ohne Werbeunterbrechungen und natürlich Jacques Schulz und Marc Surer, die im Grunde noch den größten Pluspunkt von Sky darstellen. Seit nunmehr 14 Jahren kommentieren die beiden gemeinsam von den Strecken dieser Welt. Man hat bei ihnen einfach das Gefühl jederzeit gut aufgehoben zu sein. Die beiden passen zusammen wie die Faust aufs Auge. Der emotionale Schulz sowie der ruhigere Marc, der mit seinem exzellenten Fachwissen glänzt, wissen einfach von was sie reden. Sie lieben und Leben den Sport und das kommt beim Zuschauer auch so rüber.

Nach der für uns Fans zu langen und unerträglichen Winterpause freut man sich nicht nur, wenn im März die Motoren wieder heulen. Nein man freut sich auch, dass man somit endlich wieder Jacques und Marc hört.

Nun laufen die Rechte zum Ende der Saison 2010 also aus. Und Sky denkt doch tatsächlich allen ernstes darüber nach die Formel 1 komplett aus dem Programm zu nehmen. „Die Formel 1 sei als Grund bei der Neukundengewinnung ein geringer. Da man mit RTL ein harter Konkurrent habe, der die Formel 1 live aber mit Werbung zeigt“, ließ Carsten Schmidt verlauten (Planet of Sport berichtete).

Sky hat angeblich eine Umfrage gestartet, wie wichtig die Formel 1 bei den Abonnenten sei. Aber auch nicht Abonnenten sollen befragt worden sein, ob die Formel 1 ein Grund zum Aboabschluss sei. Ich zweifle jedoch ob es diese Umfrage wirklich gegeben hat.

Rund 27 Mio. könnte Sky bei einer nicht Verlängerung der Rechte sparen. 27 Mio. sind sicherlich nicht wenig für ein angeschlagenes Unternehmen. Im Hinblick auf die Summen, die man aber z. B. für die Fußball Bundesliga auf den Tisch legt sind das geradezu Peanuts.

Die Formel 1 hatte seit 96 immer einen festen Platz im Pay-TV in Deutschland. Für mich war und ist die Formel 1 auch heute noch ein Hauptgrund Premiere / Sky  zu abonnieren.

  • keine Werbung
  • alle Session live
  • verschieden Perspektiven
  • Jacques Schulz und Marc Surer
  • alles aus einer Hand

Schauen wir einmal auf die Alternative, die uns das deutsche Free TV bieten

1. und 2. freies Training live auf Sport1

  • Sehr viel Werbung
  • Mangelhafte Kommentatoren

RTL

  • Sehr viel Werbung
  • Mangelhafte Kommentatoren

Für jemanden, der jahrelang  die Werbefreien Übertragungen gewohnt ist, ist beides untragbar. Ich kann und möchte mir Formel 1 zudem nicht ohne Jacques Schulz und Marc Surer vorstellen. Sie sind zu einem sehr wichtigen Bestandteil geworden. Wenn Sky tatsächlich aussteigt, werden sie das wirkliche Ausmaß der Fans spüren. Spätestens dann wenn die Kündigungen eintrudeln werden und ich bin mir Sicher, dass das nicht wenige seien würden, wird man merken, dass es ein großer Fehler war. Machen wir uns nichts vor. Die Formel 1 ist sehr wohl ein Abogrund, da man als Fan einfach nicht an Sky vorbei kommt. Was aber sicherlich keiner ist, ist das magere Sportprogramm, welches bei einem etwaigen Wegfall der Formel 1 sogar noch magerer werden würde. Und das ist meiner Meinung nach ein Armutszeugnis für einen Pay-TV Anbieter. Da helfen dann auch keine Unterhaltungsshows und Eigenproduktionen die Sullivan ins Sky Programm bringen möchte. Die gibt es mit Schlag den Raab oder Wetten dass…? im Free TV schon zu genüge.  Der Fan möchte echten Livesport in einer qualitativ hochwertigen Übertragung sehen und nicht, dass das Formel 1 Geld für so unnötige Produktionen verschwendet wird. Die Formel 1 muss einfach auf Sky bleiben!

Im Moment bleibt als Fan nur die Hoffnung, dass das ein strategisches Vorgehen seitens Sky ist, den Rechtepreis bei Bernie Eccelstone zu drücken. Und falls nicht, wäre das ein riesiger Stich ins Herz. Also hoffen wir weiterhin, dass die Formel 1 Ära auf Sky noch lange nicht vorbei ist!

Geschrieben von Markus Krecker

Da ich viele Mails bekomme – Ich konnte Sky 3D bisher leider nicht testen!

Hallo liebe Leser,

in den vergangenen Wochen und Tagen wurde ich oft gefragt, wie gut Sky 3D ist bzw. ob es einen großen Unterschied zwischen HD und 3D gibt. Da ich mich sehr für Sky und die Sender interessiere, wüsste ich das natürlich auch gerne. Aber leider muss ich euch mitteilen, dass ich den Sender Sky 3D nicht empfangen kann und daher auch nicht bewerten bzw. testen kann. Da ich im Gebiet von Kabel Deutschland lebe, wird der Sender nicht eingespeist.

Zudem benötigt man für den Empfang von Sky 3D einen neuen 3D Fernseher + 3D Brillen, die auch nicht sonderlich billig sind. So einen TV werde ich mir wohl in den nächsten Jahren auch nicht leisten können, daher muss ich euch in der 3D-Sache leider enttäuschen.

Tja, was ist denn überhaupt der Unterschied zwischen HD und 3D? Eine kurze Erklärung zum Thema 3D gibt der Sky Chefkommentator – Marcel Reif

Quelle: YouTube

Ich habe vor einiger Zeit gelesen, dass ein Vorteil von 3D ist, dass die räumliche Wahrnehmung einfach viel komplexer und schöner aufgefangen wird. Man denkt wirklich, dass man mittendrin ist. Ein Beispiel aus dem Fußball habe ich gerade auf Lager – Man hat bei langen Flanken oder Kopfbällen oft das Gefühl, dass der Ball aufs Tor geht, aber wenige Sekunden später weiß man, dass der Ball komplett in die andere, in Richtung Außenlinie geht, mit 3D soll man diese Dinge sofort erkennen.

Vielleicht können ja einige Leser, die den neuen 3D-Sender empfangen können, etwas zu 3D & Co erläutern!

Geschrieben von Florian Hellmuth